Kurserholung
Regierungsintervention hilft teilweise chinesischer Börse

Milliarden-Geldspritzen verhelfen dem chinesischen Aktienmarkt nach massiven Einbußen wieder zu Gewinnen: Der Shanghai Composite Index schließt im Plus. Doch die Intervention greift nicht überall.
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Shanghai/PekingDank massiver Geldspritzen sind die Aktienkurse in China nach einem jüngsten Einbruch nach oben gegangen. Zuvor hatten Investmentfirmen sich darauf verständigt, mehr als 17,5 Milliarden Euro in einen Fonds zur Stabilisierung der Finanzmärkte zu stecken. Außerdem kündigte die Zentralbank Liquiditätsspritzen für Händler an und viele Börsengänge wurden ausgesetzt.

Der Shanghai Composite Index konnte mit 3776 Punkten um 2,41 Prozent im Plus schließen. Zur Eröffnung war der Index 7,8 Prozent in die Höhe geschnellt. Getrieben war die Rally von Kursgewinnen bei Indexschwergewichten, darunter PetroChina Co. und Industrial & Commercial Bank of China Ltd. Der Shenzhen Component Index verlor allerdings 1,39 Prozent auf 12.076 Punkte und der dem Nasdaq ähnliche ChiNext Index fiel sogar um 4,28 Prozent auf 2493,83 Punkte.

Seit dem 12. Juni war der chinesische Aktienmarkt um 28 Prozent eingebrochen. Innerhalb weniger Wochen gingen Billionen von Dollar verloren. Obwohl China zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Erde aufgestiegen ist, ist sein Aktienmarkt weitgehend abgeschottet. Von der aktuellen Krise in Griechenland bleibt der Finanzplatz daher weitgehend unberührt.

Börsengänge hat China bis auf weiteres abgesagt. Broker kündigten milliardenschwere Aktienkäufe an und staatliche Medien forderten Investoren auf, nicht in Panik zu geraten. Mit diesen Maßnahmen will die Regierung dem größten Kursverfall an Chinas Aktienmärkten seit 1992 Einhalt gebieten. 28 Gesellschaften haben ihre Pläne für einen IPO abgesagt, geht aus Mitteilungen an die Börsenaufsicht am Samstag hervor.

Unter Führung von Citic Securities Co. werden 21 Broker mindestens 120 Milliarden Yuan (17,5 Milliarden Euro) in einen Aktienmarktfonds investieren, teilte Chinas Wertpapierverband ebenfalls am Samstag mit. Vorstände von 25 Fondsgesellschaften sagten zu, Aktien zu kaufen und diese mindestens ein Jahr zu halten, hieß es von einem weiteren Verband.

„Kursrückgänge in solchem Ausmaß reichen aus, um eine Finanzkrise auszulösen, und das Thema ist nun bei der Regierung angekommen“, sagte Li Jingyuan von der Abteilung für Wertpapieranlagen bei Shanghai Zhaoyi Asset Management. Es gehe darum, das Vertrauen wiederherzustellen. Der Shanghai Composite Index hat in den vergangenen drei Wochen 29 Prozent eingebüßt, was 3,2 Billionen Dollar an Marktkapitalisierung ausgelöscht hat.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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