Kursfeuerwerk an Tokios Börse
"Bullen"-Stimmung in Japan

In der neu gewonnenen Hoffnung auf eine wirtschaftliche Erholung brannten Tokios Börsianer am Mittwoch ein wahres Kursfeuerwerk ab und katapultierten den Nikkei-Index auf ein neues Neun-Monats-Hoch.

dpa TOKIO. Das Kursbarometer für 225 führende Werte schoss um 313,75 Punkte oder 3,38 % nach oben und schloss den Handel bei 9 592,24 Punkten. Bankaktien profitierten von der Hoffnung, dass die Kurssteigerungen das Wertpapierportfolio der Finanzinstitute aufwerte und damit auch bessere Bilanzen beschere. So legte Mizuho Financial um 18 % auf 122 000 Yen (884 €) zu. Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtete, schloss der Nikkei-Index das beste Quartal seit vier Jahren ab.

Der breit angelegte Index Topix legte ebenfalls rasant um 29,98 Punkte oder 3,16 % auf 945,24 Punkte zu. Außer Bankaktien verzeichneten auch exportorientierte Technologiewerte Gewinne, wozu auch die positive Vorgabe der Wall Street vom Vortag beitrug. Die Bank von Japan hatte zudem in ihrem Quartalsbericht mitgeteilt, dass sich die Stimmung der Großindustrie überraschend aufgehellt hat. Dies nährte die Hoffnung auf eine Erholung der japanischen Wirtschaft.

Außer der Hoffnung auf höhere Gewinne der Unternehmen hätten sich auch die Ansichten zu den fundamentalen wirtschaftlichen Bedingungen Japans verbessert, hieß es am Markt. Aber auch der jüngste Aufwärtstrend der Börse an sich habe die „Bullen“-Stimmung geschürt. Einige Experten erwarten, dass die Stimmung noch eine Weile anhalten wird. Ein großer Teil der in letzter Zeit erfolgten Zukäufe am japanischen Aktienmarkt wurden von Auslandsinvestoren getätigt.

Einige Analysten beurteilen die Lage in Japan jedoch vorsichtig. Zwar erscheinen frühere Befürchtungen mancher Beobachter vor einem erneuten Absturz in eine Rezession als überzogen. Doch die im Quartalsbericht der Zentralbank konstatierte deutliche Stimmungsverbesserung unter großen verarbeitenden Unternehmen treffe noch längst nicht für die Gesamtwirtschaft zu. Die große Mehrheit der kleinen und mittleren Firmen bleibe weiter sehr pessimistisch, was die zweigleisige Entwicklung in der japanischen Wirtschaft beweise.

Neben der andauernden Deflation verhinderten auch die fallenden Löhne und die Angst der Japaner vor weiteren Stellenkürzungen, dass sich die Binnennachfrage spürbar verbessere. Der Privatkonsum trägt zu rund 60 % zur wirtschaftlichen Leistung des Landes bei. Somit bleibt der Export nach Ansicht von Ökonomen vorerst Japans einziger Wachstumsmotor. Andere dagegen sehen jedoch tatsächlich eine Trendwende für die seit rund 13 Jahren stagnierende zweitgrößte Wirtschaftsnation. Ein Anziehen der Konjunktur noch in diesem Jahr sei möglich.

Fast alle Sektoren an der Tokioter Börse verzeichneten am Mittwoch in der Hoffnung auf eine Erholung der Wirtschaft Aufschläge. 1091 Gewinner standen 355 Verlierer gegenüber, 80 Titel schlossen unverändert. Der Dollar wurde derweil um 17.00 Uhr Ortszeit leichter mit 119,20-23 Yen notiert nach 119,35-45 Yen am Vortag zur gleichen Zeit. Der Kurs des Euro notierte zum gleichen Zeitpunkt leichter mit 1,1533-36 Dollar nach 1,1555-65 Dollar am Vortag zur gleichen Zeit.

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