Kursrally mit mäßigen Gewinnen fortgesetzt
US-Börsen schließen im Plus

Die seit nahezu drei Wochen andauernde Kursrally an der Wall Street hat deutlich an Fahrt verloren. Dennoch konnten die US-Aktienbörsen am Donnerstag mit leichten Gewinnen den Handel beenden. Ein positiver Analysten-Kommentar zur Philip-Morris-Muttergesellschaft Altria stützte besonders die Standardwerte.

HB NEW YOK. Die im Geschäftsverlauf vorgelegten Konjunkturdaten ließen Händlern zufolge keinen eindeutigen Trend erkennen und gaben der Wall Street somit keine neuen Impulse. Etwas Unterstützung hätten jedoch die wieder niedrigeren Ölpreise geliefert. „Der Ölpreis ist gesunken, und das hilft ein wenig, aber das war ein ereignisloser Tag,“ sagte Todd Leone von S.G. Cowen.

Der Standardwerteindex Dow Jones verließ den Markt 0,22 Prozent höher mit rund 10 572 Punkten. Im Geschäftsverlauf hatte er zwischen einem Hoch von 10 585 und einem Tief von 10 547 Zählern gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 legte 0,14 Prozent auf etwa 1183 Punkte zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,22 Prozent auf 2104 Zähler.

„Wegen der Nachrichten zu dem Rechtsstreit treibt Altria den Dow an. Daraus kann man schließen, dass die Eigenmittel nicht in Mitleidenschaft gezogen werden,“ sagte Owen Fitzpatrick von der Deutsche Bank Private Wealth Management. Volkswirte von Goldman Sachs und von Prudential hatten zuvor die Bewertung der Altria-Aktie angehoben. Zur Begründung hatten sie auf Kommentare eines US-Bundesberufungsgerichts verwiesen, das Zweifel daran geäußert hatte, ob die US-Regierung berechtigt ist, von den Zigarettenherstellern die Zahlung von Milliarden-Beträgen aus deren Gewinnen der zurückliegenden Jahre zu fordern. Das machte den Anlegern Mut, und sie kauften Altria-Papiere. Der Kurs zog daraufhin um gut 2,2 Prozent auf 58,70 Dollar an. Davon profitierten auch andere Tabak-Konzerne, wie Reynolds American Inc, Hersteller der Camel-Zigaretten, deren Dividendenpapiere sich um knapp drei Prozent auf 77,80 Dollar verteuerten.

Belastet wurde der Dow dagegen durch McDonald's. Nachdem die US-Regierung berichtet hatte, ein vorläufiger BSE-Test sei bei einem Rind positiv ausgefallen, verschmähten die Anleger auch die Aktien der weltgrößten Schnellrestaurantkette. Der Kurs fiel um knapp 1,5 Prozent auf 29,95 Dollar.

Der weltgrößte Hersteller von Maschinen zur Chip-Herstellung, Applied Materials, hatte am Vortag nach Börsenschluss zwar kräftige Umsatz- und Gewinnsteigerungen ausgewiesen, doch mit seinem Ausblick die Investoren enttäuscht. Diese straften Applied zwar zunächst ab, indem sie die Aktien verkauften. Auf dem ermäßigten Kursniveau fanden aber offenbar etliche Anleger die Titel wieder attraktiv und griffen zu. Der Kurs zog daraufhin um rund 1,8 Prozent auf 17,65 Dollar an.

Enttäuscht wandten sich die Investoren dagegen von Papieren des Internet-Suchmaschinenbetreibers Google ab, nachdem dieser erklärt hatte, die Umsatz-Wachstumsraten seien in der Zukunft nicht durchzuhalten. Google-Aktien verloren daraufhin fast drei Prozent auf 167,54 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,46 Milliarden Aktien den Besitzer. 1645 Werte legten zu, 1641 gaben nach und 181 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,9 Milliarden Aktien 1491 Werte im Plus, 1622 im Minus und 143 unverändert. An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 3/32 auf 101-3/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,117 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 9/32 auf 108-10/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,812 Prozent.

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