Kurssprünge bei Swisslog und Von Roll
Schweizer Börse im Zeichen der Nebenwerte

Die Schweizer Börse hat sich am Montag etwas fester präsentiert. Bei nach Händlerangaben insgesamt eher zurückhaltendem Handel standen vor allem Nebenwerte im Fokus. So fielen Swisslog und Von Roll bei für die Titel hohen Umsätzen mit einem prozentual zweistelligen Kursanstieg beziehungsweise -abschlag auf.

HB ZÜRICH. Treibende Kraft in einem sonst an Impulsen eher armen Markt seien die Fusions- und Übernahmefantasien. Allerdings habe das Ausmass der Spekulationen ein Niveau erreicht, wo vor allem erfahrene Teilnehmer vorsichtig würden. Im Bereich 9450/500 Punkte scheine der SMI derzeit anzustehen.

„Es sind schon zu viele Gerüchte im Markt. Die Leute rennen jedem Gerücht nach“, sagte ein Händler. „Wenn alle diese Merger kommen würden, hätten wir bald nur mehr eine Aktie.“ Bei den Blue Chip-Werten des SMI hielten sich die Ausschläge mit Ausnahme von Julius Bär in Grenzen. Gegen 15:00 Uhr notierte der Standardwerteindex um 0,29 Prozent höher bei 9452,42 Punkten. 17 der insgesamt 25 SMI-Titel notierten fester und vier schwächer.

Der breite SPI lag mit 7679,37 Zählern 0,23 Prozent über dem Freitagsschluss.

Die jüngsten Bankenzusammenschlüsse in Italien waren für den Sektor vorerst kaum stimulierend. Marktteilnehmer rechnen allerdings damit, dass es zu weiteren Fusionen und Übernahmen kommt. „Die kritische Masse in der Branche wird höher gesetzt“, sagte ein Händler.

UBS stiegen um 0,8 Prozent und Credit Suisse gewannen 0,4 Prozent. Andere Sektor-Vertreter wie Bank Sarasin oder VP Bank lagen leicht im Minus.

Julius Bär, die am Freitag mit einem Kurssprung von über neun Prozent auf neu aufgeflammte Übernahmespekulationen reagiert hatten, fielen um 3,1 Prozent. Ein Händler sprach von Gewinnmitnahmen.

Novartis wartete mit Neuigkeiten zu verschiedenen seiner Blutdrucksenker auf. Dabei schlug vor allem die US-Zulassung eines Generikums von Teva für Lotrel auf den Kurs durch, obwohl sich der Marktstart des Nachahmermedikaments wegen hängiger Patentstreitigkeiten verzögern könnte. Die Titel büsste 0,9 Prozent ein.

Roche hingegen stiegen trotz der am Freitag bekannt gewordenen Verzögerung der US-Zulassung des Anämiemedikaments Mircera um ein Prozent. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA habe das Medikament in einem so genannten „Approvable Letter“ aber grundsätzlich für Patienten mit Nierenerkrankung als zulässig erachtet.

Die Swisslog-Aktien stiegen einer Höherstufung durch Kepler Equities und optimistischen Äusserungen von Firmenchef Remo Brunschwiler in der „Finanz und Wirtschaft“ bei grossen Volumen um 12,8 Prozent auf 1,85 sfr. „Wer weiss, was das wieder für wilde Spekulationen gibt. Der Artikel hat nicht wirklich viel Neues enthalten“, sagte ein Händler.

Auf der Verliererseite hingegen besetzten die Von Roll-Titel mit 10,9 Prozent Kursabschlag die Spitzenposition. Auch hier wurden Gerwinnmitnahmen ins Feld geführt. Spekulationen über einen bevorstehenden Machtkampf zwischen den beiden bei dem Elektroisolatorenherstellers engagierten Grossaktionärsgruppen hatten den Kurs in der vergangenen Woche um knapp 30 Prozent nach oben schnellen lassen.

Die Lindt & Sprüngli-Namenaktien legten 2,8 Prozent auf 35 590 sfr zu. Händler sprachen von Spekulationen, dass der britische Getränke- und Süsswarenkonzern Cadbury Schweppes ein Übernahmeinteresse an dem Schokoladehersteller entwickeln könne, nachdem der geplante Verkauf der US-Getränkesparte voraussichtlich mehrere Mrd. in die Kassen spülen werde.

Basilea rückten 2,7 Prozent vor. In den USA wurde die Zulassung für das neue Antibiotikum Ceftobiprol der Biotechnologiefirma beantragt und das Medikament, dem die FDA ein beschleunigtes Prüfungsverfahren (Fast Track-Status) zugebilligt, könnte noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Ceftobiprol, das an Johnson & Johnson auslizenziert ist, wäre Basileas erstes Medikament am Markt.

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