Lebhafte Nachfrage nach Procter & Gamble
Verluste an der Wall Street nach Zinserhöhung in den USA

Die Zinsanhebung der US-Notenbank (Fed) hat die Aktienkurse an der Wall Street am Dienstag ins Minus gedrückt. Vor allem zinssensible Werte wie von Wohnbauunternehmen und des Einzelhandels, wie etwa Wal-Mart zählten zu den Verlierern.

HB NEW YORK. Zuvor hatten noch deutlich sinkende Ölpreise für Kursgewinne gesorgt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen 10.605 und 10.467 Zählern. Er verließ den Markt 0,72 Prozent ermäßigt mit 10.482 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel um 0,79 Prozent auf 1221 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq, gab um 0,65 Prozent nach auf 2131 Punkte.

Die Fed hob den Leitzins wie erwartet zum elften Mal in Folge um 25 Basispunkte auf 3,75 an und signalisierte erneut eine Fortsetzung ihrer Politik moderater Zinserhöhungen. "Ich denke, es gibt vielleicht nicht genug Hinweise darauf, dass die Fed bereit ist (die Zinserhöhungen) zu beenden um dem Aktienmarkt zu helfen", kommentierte Benjamin Pace von der Deutsche Bank Private Wealth Management die Entscheidung der US-Währungshüter. Steigende Zinsen belasten üblicherweise die Börse, weil sie die Kosten für die Geldbeschaffung für Verbraucher und Unternehmen erhöhen.

Die sinkenden Ölpreise wurden Händlern zufolge am Markt mit Erleichterung aufgenommen, weil dadurch der Kostendruck für Verbraucher und die Wirtschaft abnimmt. Der Beschluss der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), wegen des rasant gestiegenen Ölpreises ihre letzten Ölreserven anzutasten, drückte die Ölpreise beiderseits des Atlantiks um rund zwei Dollar.

Wal-Mart verliert

Lebhafte Nachfrage nach Aktien des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble trieb den Kurs der Papiere um fast ein Prozent auf 56,04 Dollar in die Höhe. Der Konzern hatte am Vorabend seine Gewinnprognose für das laufende Quartal bekräftigt, obwohl der Hurrikan "Katrina" sein Kaffee-Geschäft in der Region um New Orleans stark beeinträchtigt hat. Zu einem Kurssprung von fast sechs Prozent auf 16,43 Dollar verhalf ein überraschender Quartalsgewinn dem Elektro-Einzelhändler Circuit City.

Aktien des Mobilfunkunternehmens Qualcomm Inc. stiegen um knapp 1,7 Prozent auf 43,42 Dollar. Goldman Sachs & Co. hatten die Bewertung der Papiere in Erwartung einer wachsenden Nachfrage nach schnellen Mobilfunkverbindungen angehoben. Dagegen belasteten Sorgen der Anleger über vielleicht nachlassende Nachfrage der Verbraucher wegen der höheren Zinsen die Papiere des weltgrößten Einzelhandelskonzerns Wal-Mart. Die Titel verloren fast zwei Prozent auf 43,21 Dollar und lagen damit auf dem niedrigsten Niveau seit November 2000.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 1045 Werte legten zu, 2281 gaben nach und 151 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 1,88 Milliarden Aktien 1225 im Plus, 1798 im Minus und 146 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 2/32 auf 100-1/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,248 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten im Kurs 15/32 auf 112-25/32 Zähler zu. Dabei ergab sich eine Rendite von 4,521 Prozent.

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