Lehman Brothers sorgt für Verstimmung im Technologiesektor
US-Börsen schließen im Minus

Die Wall Street hat am Dienstag nach einem langen Feiertagswochenende wegen schwacher Technologieaktien und scharf steigender Ölpreise erheblich niedriger geschlossen.

HB NEW YORK. Insbesondere die wieder kräftig anziehenden Ölpreise lösten am Dienstag bei den Investoren an der Wall Street Sorgen um die Unternehmensgewinne aus und drückten die Aktienkurse auf das niedrigste Niveau seit einem Monat. Zudem habe das langsamere Geschäftswachstum in der US-Dienstleistungsbranche den Anlegern die Stimmung verdorben, sagten Börsianer.

Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss um 0,62 % tiefer bei rund 10 219 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab um 0,82 % auf etwa 1116 Punkte nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 2,15 % auf rund 1963 Zähler ab und fiel damit deutlich unter die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten.

Ein negativer Analystenkommentar zum Quartalsgewinn des weltgrößten Chipherstellers Intel und zu Herstellern von Chips für die Kommunikationsbranche setzte Händlern zufolge den Technologiesektor zusätzlich unter Druck. Belastend wirke außerdem der ungewisse Ausgang der US-Präsidentenwahl.

Börsianern zufolge konzentrieren sich die Anleger nun da die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) gefallen ist, verstärkt auf die bevorstehenden Quartalsberichte der Unternehmen. Der Ausblick werde jedoch durch die Entwicklung der Ölpreise getrübt. Rohöl sei eine Komponente in fast jedem Wirtschaftszweig, sagten Börsianer. Höhere Energiekosten könnten die Unternehmensgewinne schmälern. „Der Ölpreis schien sich zu stabilisieren. Jetzt zieht er wieder an und das löst bei allen Besorgnis aus,“ sagte Edgar Peters von PanAgora Asset Management.

Die Ölpreise schnellten wegen Sorgen vor einer Verknappung des Rohstoffs auf dem Weltmarkt nach oben. Für diese Sorgen machten Händler die Reduzierung des Exports aus dem Irak verantwortlich, der wegen Anschlägen auf Ölleitungen um mehr als die Hälfte zurückging. Außerdem drückten Streikdrohungen in der Ölindustrie Nigerias und drohende Exportkürzungen des angeschlagenen russischen Produzenten Yukos die Stimmung. Ein Barrel (knapp 159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im August kostete mit 37,16 Dollar 88 Cent mehr als am Montag. US-Öl erreichte mit 39,49 Dollar sein höchstes Niveau seit einem Monat. „Die Aktien haben zugelegt, als der Ölpreis auf fast 35 Dollar gefallen ist. Aber jetzt, bei mehr als 39 Dollar, kommen die selben Bedenken wieder auf, die den Markt in den vorangegangenen Wochen belastet hatten“, sagte Aktienstratege Barry Hyman von Ehrenkrantz King Nussbaum.

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