Leitindex legt zu
US-Arbeitsmarktdaten können Anleger-Stimmung nicht trüben

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am Freitag vom anhaltenden Höhenflug der Aktien des Autozulieferers Continental unterstützt worden. Selbst die schlechten US-Arbeitsmarktdaten konnten die Stimmung der Anleger nicht deutlich trüben.

HB FRANKFURT. Der Leitindex schloss 0,6 Prozent höher bei 4374 Punkten. In dieser Woche hat der Dax damit unterm Strich rund 0,7 Prozent an Wert gewonnen. Auf Xetra wurden 90 (Vortag 86) Millionen Dax-Aktien gehandelt. Die wichtigsten US-Indizes notierten bei Börsenschluss in Frankfurt kaum verändert.

„An den Aktienmärkten regierte zuletzt die Angst vor schneller steigenden Leitzinsen in den USA. Diese Befürchtungen wurden jetzt durch die US-Arbeitsmarktzahlen gedämpft, daher fällt die Reaktion an den Aktienmärkten eher moderat aus“, sagte Norbert Pütz, Händler bei der Postbank. In den USA waren im März außerhalb der Landwirtschaft mit 110.000 Stellen halb so viele Arbeitsplätze geschaffen worden wie von Analysten im Schnitt mit 220.000 erwartet. Ein positiver Arbeitsmarktbericht wäre Börsianern zufolge als Hinweis für deutlichere Zinserhöhungen in den USA aufgefasst worden. Zuletzt hatte die Angst vor aggressiveren Zinsschritten in den USA die Aktienmärkte zeitweise deutlich belastet.

Die Gewinnerliste im Dax führten mit einem Plus von fünf Prozent auf 62,82 Euro erneut die Papiere von Continental an. „Positive Analystenkommentare sowie die guten Geschäftszahlen von gestern locken die Anleger in Conti-Aktien“, sagte ein Händler. Mehrere Banken hatten ihre Gewinnschätzungen für Conti angehoben und ihre Kursziele erhöht.

Unter Druck gerieten die Titel des Dax-Schwergewichts DaimlerChrysler, die in der Spitze 1,5 Prozent auf 34,00 Euro nachgaben. Im weiteren Verlauf machten sie einen Teil ihrer Verluste wieder wett und schlossen noch 0,5 Prozent im Minus. Der Autobauer plant eine umfangreiche Restrukturierung seiner defizitären Tochter Smart und erwartet daraus eine Belastung des Konzernergebnisses in diesem Jahr. „Eine Schließung von Smart wäre eine bessere Lösung gewesen als die angekündigte Restrukturierung“, sagte Jürgen Pieper, Analyst beim Bankhaus Metzler. „Selbst bei dem jetzigen Sparprogramm ist eine nachhaltige Profitabilität von Smart weiter fraglich.“ Erst am Vortag hatte eine Rückrufaktion von Mercedes-Modellen für negative Schlagzeilen gesorgt.

Gefragt waren auch die Aktien des Maschinen- und Nutzfahrzeugbauers MAN, die um 2,6 Prozent kletterten. Händler begründeten den Kursanstieg mit dem endgültigen Zuschlag eines Lkw-Auftrags der britischen Armee.

Im Nebenwerteindex MDax legten die Anteilsscheine des Pharmakonzerns Merck KGaA trotz Dividendenabschlags um 4,2 Prozent auf 57,29 Euro zu. Händler sprachen von Spekulationen um ein anziehendes LCD-Geschäft. Sie verwiesen auf Untersuchungen diverser Marktforschungsunternehmen, wonach eine Verknappung von Bauteilen zur LCD-Herstellung zu erwarten ist. Merck bietet Vorprodukte für die LCD-Herstellung an.

Im Technologieindex TecDax setzten die Titel von Morphosys ihre Erholung vom Vortag fort und verteuerten sich um 8,5 Prozent. Am Vortag hatten Spekulationen über eine positive Mitteilung zu einem Wirkstoff die Aktien der Biotechfirma angetrieben. Zudem haben die Papiere seit Anfang März deutlich an Wert verloren.

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