Leoni-Aktie nach Kapitalerhöhung unter Druck - Zweistelliger Kurssprung bei Celanese
Dax marschiert wieder Richtung 4 000 Punkte

Nach dem von vielen Marktteilnehmern als gelungen bewerteten Postbank-Börsendebüt hat sich die Laune der Anleger zur Wochenmitte offenbar deutlich gebessert. Die meisten deutschen Standardwerte bauten einen Teil ihrer Vortagesverluste ab.

HB FRANKFURT. Mit ihrem erfolgreichen Börsendebüt hat die Postbank dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Mittwoch Auftrieb gegeben. Das Börsenbarometer beendete der Xetra-Handel 0,4 Prozent im Plus bei 3945,10 Punkten.

„Dass der Börsengang der Postbank nach den ganzen Querelen erfolgreich über die Bühne gegangen ist, wird positiv aufgenommen“, sagte ein Händler. Fondsmanager Ulf Moritzen von Nordinvest urteilte mit Blick auf die Pannenserie der vergangenen Wochen, in deren Verlauf sogar über eine Absage des milliardenschweren Börsengangs spekuliert worden war: „Die Postbank hat den Kopf aus der Schlinge gezogen. Die Nachfrage muss gut gewesen sein, denn unsere Zuteilung wurde deutlich reduziert.“ Den Angaben der Muttergesellschaft Deutsche Post zufolge war die Offerte zweifach überzeichnet.

Die Postbank-Aktien schlossen bei 28,84 Euro und lagen damit 1,2 Prozent über dem Ausgabepreis von 28,50 Euro. Mit rund 15 Millionen Papieren wurden fast genau so viele Postbank-Aktien gehandelt wie Titel des Dax-Schwergewichts Deutsche Telekom.

Nach harscher Kritik institutioneller Anleger an der ursprünglichen Preisspanne von 31,50 bis 36,50 Euro und entsprechend geringem Zeichnungsinteresse hatte die Post den Angebotspreis für die Postbank-Aktie auf 28 bis 32 Euro gesenkt. Zudem wurde das Emissionsvolumen von 82 Millionen Aktien um rund ein Drittel gekürzt und dafür um eine Umtauschanleihe auf Postbank-Aktien ergänzt.

Mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 56,51 Euro gehörten die Titel von Siemens zu den größten Dax-Gewinnern. Händlern zufolge profitierte das Papier von einem Großauftrag zum Bau von Metro-Zügen in Madrid. Die Order an das Konsortium um den Münchener Konzern hat der Regierung der Region Madrid zufolge ein Volumen von 646 Millionen Euro.

Auf der Verliererseite standen dagegen die Aktien der Lufthansa. Sie verbilligten sich um 1,6 Prozent auf 10,65 Euro. „Lufthansa leidet unter den Gewinnwarnungen von Swiss und SAS“, sagte ein Händler. Die Konkurrenten hatten zuvor angekündigt, dass sie ihre bisherigen Geschäftsziele voraussichtlich verfehlen werden.

Im MDax rutschten die Titel von Leoni nach einer angekündigten Kapitalerhöhung um 6,8 Prozent auf 46,60 Euro ab. Den Erlös will der Autozulieferer eigenen Angaben zufolge unter anderem für Akquisitionen nutzen. „Wir werten die Kapitalerhöhung als Indiz dafür, dass die Verhandlungen über eine Übernahme kurz vor dem Abschluss stehen“, sagte Analyst Stilian Boiadjiev von der LBBW.

Die Aktien von Schwarz Pharma zogen dagegen um 5,3 Prozent auf 25,38 Euro an. Sie profitierten Börsianern zufolge von Spekulationen um eine außergerichtliche Einigung in einem Patentstreit um das gewinnträchtige Magenmittel Omeprazol.

Die Papiere des ehemaligen MDax-Mitgliedes Celanese verteuerten sich zeitweise sogar um knapp 20 Prozent auf 44 Euro und schlossen bei 43,01 Euro. Am Vorabend hatte der Mehrheitsaktionär Blackstone den übrigen Eignern des Kronberger Chemiekonzerns 41,92 Euro je Aktie in bar geboten. „Der einzige Grund dafür, dass die Celanese-Papiere über das Blackstone-Angebot steigen, könnte darin liegen, dass einige darauf spekulieren, dass es vielleicht noch einmal ein höheres Angebot geben könnte“, sagte ein Händler. Die US-Investmentgesellschaft hatte rund 84 Prozent an Celanese zu einem Preis von 32,50 Euro je Aktie erworben.

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