Luftfahrt- und Touristikaktien verloren
Terroranschläge schicken Börsen auf Talfahrt

Die neuen Bombenanschläge von Istanbul haben weltweit die Börsen in Unruhe versetzt und die Angst vor weiteren Attentaten geschürt. Wärend die Aktienmärkte nachgaben zogen die Kurse der als sicherere Anlageform geltenden Staatsanleihen an. Der Rohölpreis legte ebenfalls zu.

HB FRANKFURT. Der Deutsche Aktienindex drehte wie auch die anderen großen europäischen Börsenbarometer am Vormittag nach Meldungen über die erneuten Bombenanschläge in Istanbul ins Minus. Bei den Selbstmordanschägen auf britische Einrichtungen in der türkischen Handelsmetropole sind am Donnerstag mindestens 26 Menschen getötet und rund 400 verletzt worden. Am Samstag waren bei Anschlägen auf zwei Synagogen 25 Menschen ums Leben gekommen. „Die Märkte sind verunsichert, weil es erst am Wochenende Anschläge gab“, sagte Giuseppe Amato, Marktanalyst beim Broker Lang & Schwarz. „Anleger befürchteten, dass dies eine Ausweitung des internationalen Terrorismus bedeutet. Es droht eine Serie zu werden“, fügte er hinzu. Ein Anrufer bei der Nachrichtenagentur Anatolien bekannte sich im Namen der El-Kaida-Organisation zu den Attentaten. El Kaida wird auch für die Anschläge auf New York und Washington vom 11. September 2001 verantwortlich gemacht.

Die Nachricht über die Evakuierung des Weißen Hauses am Nachmittag verdeutlichte das Ausmaß der Nervosität der Anleger. Binnen Minuten brachen die Aktienkurse weiter ein und die Rentenkurse schossen in die Höhe. Die Notierungen pendelten sich aber wieder auf dem vorherigen Niveau ein, als der Notalarm wenig später aufgehoben wurde. Ein Flugzeug hatte den Alarm ausgelöst und war dann aus dem Luftraum umgeleitet worden. US-Präsident George W. Bush hält sich derzeit zu einem Staatsbesuch in London auf.

Nach Einschätzung von Volkswirten stellt eine zunehmende Furcht vor weiteren Anschlägen ein Risiko für die weltweite Konjunkturerholung dar. „Ich halte das schon für gravierend“, sagte Uwe Angenendt von der ING BHF-Bank. Solche Ereignisse könnten zu einer weiteren Schwächung des Dollar führen, den Ölpreis in die Höhe treiben und das noch labile Verbrauchervertrauen drücken.

Seite 1:

Terroranschläge schicken Börsen auf Talfahrt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%