Markschlussbericht Frankfurt
Dax: Die Finanzkrise ist wieder ein Thema

Die Finanzkrise hat die Aktienmärkte wieder im Griff. Eine Reihe schlechter Nachrichten aus der Branche rief das Thema am Mittwoch erneut in das Bewusstsein der Anleger und schickte den Dax auf Talfahrt. „Es scheint sich in den Köpfen wieder festzusetzen, dass die Finanzkrise noch nicht ausgestanden ist“, sagte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba.

HB FRANKFURT. Auch an der Wall Street blieben die Probleme der Banken im Gespräch, doch hellten unerwartet gute Konjunkturdaten die Stimmung wieder etwas auf. Zudem wurde US-Öl im Laufe des Tages deutlich billiger. Das gab den US-Aktien Rückenwind und half auch dem deutschen Markt, seine Kursverluste zu verringern.

Der Dax schloss 0,8 Prozent im Minus bei 6965 Punkten - zeitweise hatte er bis auf 6898 Zähler nachgegeben. Der Stoxx50 fiel um 1,6 Prozent auf 3123 Zähler. Dagegen lag der Dow-Jones zu Handelsschluss in Europa 0,7 Prozent im Plus. Der S&P-500 stieg um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite um 1,4 Prozent. Selbst die Aktie von Lehman Brothers stieg, nachdem sie in den vergangenen Tagen angesichts von Spekulationen um eine milliardenschwere Kapitalmaßnahme fast 20 Prozent gefallen war.

In Frankfurt blieb jedoch die Furcht vor neuen Hiobsbotschaften aus der Finanzbranche. Einer Studie zufolge rechnen die Analysten von JP Morgan mit deutlich höheren Wertberichtigungen bei kontinentaleuropäischen Banken als zuvor. Den Gesamtabschreibungsbedarf beziffern die Experten auf 30,6 nach bisher 24,9 Mrd. Euro für 2007 und 2008. So blieben die Finanztitel in Europa auf der Verliererseite: Deutsche Bank fielen um ein Prozent, Commerzbank um 2,9 Prozent und Hypo Real Estate um 2,1 Prozent. Auch europäische Aktien wurden nicht verschont: Barclays sanken um 2,3 Prozent, und HBOS um 3,2 Prozent.

Größter Verlierer im Dax war die Aktie von Continental mit einem Minus von 4,3 Prozent, was Händler auf eine Verkaufsempfehlung der Societe Generale zurückführten. Man sehe Conti weiter positiv, aber es seien Gewinnmitnahmen angebracht, da sich die Aktie in den vergangenen drei Monaten besser als der Branchendurchschnitt entwickelt habe, urteilten die Analysten. Die Titel des französischen Konkurrenten Michelin wurden zugleich auf „Halten“ heruntergestuft, was dem Titel in Paris ein Minus von ein Prozent bescherte. Zudem äußerten sich die Analysten kritisch zu den Autowerten - auch diese fielen daraufhin zurück.

Auf auf den Titeln des Stahl- und Technologiekonzerns ThyssenKrupp lastete ebenfalls ein negativer Analystenkommentar. Die Papiere verloren 1,5 Prozent, nachdem die Analysten von Lehman Brothers kritisierten, dass sich der Konzern angesichts der steigenden Rohstoffpreise am Markt mit Eisenerz und Koks eindecken muss und damit „von der Gnade des Marktes“ abhänge. Ebenfalls als Belastung für den Dax erwiesen sich die schwergewichteten Versorger. RWE fielen um 1,5 Prozent und E.ON gaben um 1,3 Prozent nach.

Die Reihen der Gewinner führte in Frankfurt die Lufthansa-Aktie an, was Händler vor allem auf den sinkenden Ölpreis zurückführten. Auch in London und Paris standen Fluggesellschaften an der Spitze der Indizes: Der Kurs von sowohl Air France-KLM als auch von British Airways stieg um 5,6 Prozent. Für die Ölkonzerne war der Ölpreis-Rückgang dagegen keine gute Nachricht: BP und Total zählten mit Abschlägen von fast vier Prozent zu den größten Verlierern im Stoxx50.

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