Markt-Schlussbericht
Dax stürzt um drei Prozent ab

Die wochenlange Rally an der Börse scheint endgültig vorbei zu sein. Der Dax, der gestern noch fast zwei Prozent zugelegt hatte, fällt zum Börsenschluss mehr als drei Prozent - und schließt nur knapp über 5 400 Punkten. Belastend wirken vor allem Verluste an der Wall Street, die Anleger zu starken Gewinnmitnahmen animieren. Eine Irrfahrt legen Infineon-Aktien hin: Am Morgen noch stärkster Dax-Wert, liegen sie zum Schluss am Indexende.
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HB FRANKFURT. Im Sog der US-Börsen hat der Dax am Freitag mit deutlichen Kursverlusten geschlossen. Der Leitindex verlor 3,09 Prozent auf 5 414,96 Punkte. Nach einem über weite Strecken lustlosen Handelstag gerieten die Aktienkurse am Nachmittag weltweit unter Druck. Nach den Gewinnen des Vortages machten einige Anleger zum Wochenschluss Kasse, sagten Händler. Zudem verunsicherten Konjunkturdaten aus den USA: Während die Zeichen in der Industrie auf Wachstum stehen, trübte sich die Stimmung der Verbraucher ein.

Der MDax gab 2,32 Prozent auf 6 732,07 Zähler nach, der TecDax verlor 0,68 Prozent auf 727,30 Punkte. Größte Verlierer im Dax waren Infineon-Aktien mit mehr als 5 Prozent, Siemens mit fast 5 Prozent, Allianz und Daimler mit jeweils mehr als 4 Prozent. Kein einziger der 30 Dax-Wert3 kam in die Gewinnzone.

An der Wall Street fiel der Dow-Jones-Index bis Handelsschluss in Europa um rund zwei Prozent auf 9 759 Punkte. Der S&P500 verlor 2,2 Prozent auf 1 042 Zähler und unterschritt damit eine wichtige charttechnische Unterstützung. Der Nasdaq-Composite büßte 1,99 Prozent ein auf 2 055 Punkte.

"Der Ofen ist aus"

"Nach den Kursgewinnen von gestern ist der Ofen aus, und die Leute wissen nicht, was sie tun sollen," sagte ein Börsianer. Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, machte vor allem Gewinnmitnahmen für die Verluste verantwortlich. Insgesamt jedoch hätten gerade die Konjunkturdaten Stützen für weiter steigende Aktienmärkte geliefert, fügte der Experte hinzu.

"Es herrscht ein gewisses Misstrauen am Markt, das auch zu einer höheren Bereitschaft bei den Anlegern führt, Gewinne mitzunehmen", sagte Mark Rohles, Marktanalyst bei IG Markets. "Die US-Daten haben diese Tendenz dann noch verstärkt." In den USA sanken die Ausgaben der privaten Haushalte im September wie erwartet.

Commerzbank-Experte Andreas Hürkamp zog Parallelen zur Dax-Entwicklung des Jahres 2003. Damals habe es sich ausgezahlt, schwächere Tage zum Einstieg zu nutzen. "Wir erwarten Ähnliches für den Herbst 2009."

"Das ist meines Erachtens erstmal nur eine Korrekturbewegung und noch keine Trendwende", beruhigte ein Frankfurter Aktienhändler. Neue Tiefstände seit Anfang Oktober hätten Anschlussverkäufe ausgelöst. Die Gewinne am Donnerstag in Reaktion auf die starken Wirtschaftsdaten aus den USA, die das Ende der Rezession eingeläutet hatten, seien "wohl eher ein kurzes Strohfeuer" gewesen, sagte er.

Das Handelsvolumen im Dax sank auf 150 (Vortag 163) Millionen. Aktien. Der Umsatz fiel auf 3,6 (4,1) Mrd. Euro.

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