Marktbericht: Aktien Europa
Eurostoxx: Anleger machen Kasse

Die Gewinnserie hat ein Ende: Am Vormittag liegt der Eurostoxx rund 0,8 Prozent im Minus. Händler beobachten Gewinnmitnahmen. Impulse, die für Nachfrage sorgen könnten fehlen. Die Gewinner und Verlierer im Überblick.

HB PARIS/LONDON. Gewinnmitnahmen haben die wichtigsten europäischen Aktienindizes am Montag belastet. Der Eurostoxx 50 stand am Vormittag 0,81 Prozent tiefer bei 2 863 Punkten. In der Vorwoche war der europäische Leitindex zeitweise auf den höchsten Stand seit Anfang Oktober 2008 geklettert und hatte schließlich 1,97 Prozent zugelegt. Der Pariser CAC-40-Index gab 0,43 Prozent auf 3 811 Zähler ab. In London sank der FTSE 100 um 0,75 Prozent auf 5 133 Punkte.

"Trotz der soliden Entwicklung der Wall Street im späten Freitagsgeschäft und trotz der anhaltend guten Wirtschaftsdaten war mit einem ruhigen Start zu rechnen", sagte Analyst Ben Potter von IG Markets in London und verwies als Grund auf die "gute Entwicklung der Vorwoche". Auch ein anderer Händler verwies auf Gewinnmitnahmen, nachdem neue Impulse fehlten, um die Märkte weiter nach oben zu treiben.

Vor dem großen Verfall an den Terminmärkten am vergangenen Freitag hätten sich die Indizes schließlich sehr gut entwickelt und sie seien "nun nicht mehr billig". Gute Konjunkturdaten seien eingepreist. Stahl- und Rohstoffwerte zählten nach den jüngsten Kursgewinnen in dem Sektor nun zu den schwächsten Titeln. ArcelorMittal sackten am Ende des Eurostoxx 50 um 3,42 Prozent auf 26,51 Euro ab. Händler verwiesen auf einen negativen Artikel in der "Financial Times", demzufolge sich Wettbewerber weniger optimistisch bezüglich der positiven Auswirkungen der Konjunkturprogramme zeigen als der weltgrößte Stahlkonzern. Zudem sei die Vorgabe negativ, nachdem der S&P 500-Steel-Index am Freitag gegen den freundlichen US-Markt etwas an Boden verloren hatte.

In London zählten die schwer gewichteten Minenwerte und auch die Öltitel sowie Versorger zu den größten Verlierern. Tullow Oil hielten mit minus 3,05 Prozent auf 1 143 Pence die "rote Laterne" im "Footsie" hoch. BG Group sackten um 2,81 Prozent auf 1 107 Pence ab und Vedanta fielen um 2,69 Prozent auf 1 956 Pence. Hier spiele auch eine Abstufung durch Goldman Sachs eine Rolle, sagten Händler. Bei den großen Minenwerten verbilligten sich Kazakhmys um 2,85 Prozent auf 1 092 Pence und Rio Tinto um 2,48 Prozent auf 2 670 Pence.

Ansonsten standen laut Händlern noch zahlreiche Aktien nach Index-Anpassungen im Blick. Die Wechsel waren zwar bereits bekannt, wurden aber erst an diesem Morgen wirksam, weshalb Kursreaktionen eher ausblieben. Die Aktie des zweitgrößten deutschen Energieversorgers RWE ersetzt im Stoxx 50 den niederländischen Elektronikkonzern Philips . In den bedeutenderen EuroStoxx 50, dem Leitindex der Eurozone, rückt die Aktie der Brauerei Anheuser-Busch Inbev auf sowie die der irischen Baugesellschaft CRH . Die beiden Titel ersetzen die Anteile des belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis und die des französischen Autobauers Renault .

In Paris fällt die Aktie der Fluggesellschaft Air France-KLM fällt aus dem Cac-40-Index heraus und wird durch das Papier des Anlagenbauers Technip ersetzt. Im Londoner "Footsie" ersetzen Segro, Whitbread und Rentokil Initial die Aktien von Balfour Beatty , Foreign & Colonial Investment Trust und Pennon . Die Aktien der Lonza Group und der SGS wurden in Zürich in den Swiss-Market-Index (SMI) aufgenommen. Aus dem Schweizer Leitindex ausgeschlossen wurden dagegen die Titel von Nobel Biocare und Baloise-Holding .

Die Aktien der Credit Suisse verteuerten sich in Zürich um 1,06 Prozent auf 57,10 Franken. Händler verwiesen auf ein positiv aufgenommenes Interview mit dem Chef der Schweizer Großbank, Brady Dougan, in der Zeitung "NZZ am Sonntag". Die CS ist aus Sicht von Dougan gut aufgestellt und zudem eine der "am besten kapitalisierten Banken der Welt". Börsianer stellten positiv heraus, dass die Bank talentierte Mitarbeiter habe gewinnen können und Liquidität für mögliche Zukäufe habe.

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