Marktbericht Aktienbörse Frankfurt
Dax erleidet herbe Verluste

Höhere Ölpreise und ein schwächerer Dollar haben am Dienstag die Anleger verunsichert. Die wichtige Unterstützungsmarke für den Deutschen Aktienindex bei 5 700 Punkten hielt nicht. Zum Handelsauftakt in den USA baute der deutsche Aktienindex seine Verluste sogar noch aus.

HB FRANKFURT. Der Leitindex Dax verlor 2,30 Prozent auf 5622,43 Punkte. Dabei konnte keiner der 30 Titel im Plus schließen. Der MDax sank um 2,80 Prozent auf 8061,99 Punkte. Der TecDax gab um 2,14 Prozent auf 650,62 Zähler nach.

Für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl mussten wieder mehr als 72 Dollar bezahlt werden. Damit kostete der wichtige Rohstoff etwa zwei Dollar mehr als noch vergangene Woche. Auch der steigende Euro wird von den Investoren zunehmend skeptisch gesehen, denn damit verteuern sich die Ausfuhren der stark vom Export abhängigen deutschen Firmen. Zudem heizten Äußerungen von führenden europäischen Notenbanker die Furcht vor steigenden Leitzinsen an. Auch von den US-Börsen kam keine Unterstützung. Die Stimmung am Markt sei einfach negativ, kommentierte ein Händler.

Die Experten der Landesbank Rheinland-Pfalz sehen allerdings keine Anzeichen für eine Trendwende. Der deutschen Aktienmarkt sei zwar angeschlagen und werde mehrere Monate zur Reparatur benötigen, sagte Marktstratege Andreas Hürkamp. Angesichts der weiterhin sehr attraktiven Bewertung von Aktien hole der Markt jedoch nur den Atem für das dritte Quartal.

„Einige fürchten offenbar, dass wir die Talsohle der Korrektur noch nicht erreicht haben“, sagte ein Händler. Der technische Analyst Marcel Mußler warnt bereits, die Anleger sollten sich nach dem Bruch der Unterstützung bei 5 703 Punkten auf einen erneuten Test des langfristigen Aufwärtstrends bei 5 560 Punkten einstellen.

Für Wirbel auf dem Börsenparkett sorgten Gerüchte um angebliche Verluste der Commerzbank im Derivategeschäft. „Am Markt geht das Gerücht um, der Aufsichtsrat ist wegen hoher Verluste im Derivategeschäft zu einer Sondersitzung einberufen worden“, sagte ein Händler. Ein Sprecher der Bank bezeichnete die Spekulationen als „absoluten Unsinn“. Die Commerzbank sei mit der Entwicklung im Derivategeschäft „sehr zufrieden“. Eine Aufsichtsratssitzung sei nicht geplant. Die Commerzbank-Aktie schloss knapp vier Prozent im Minus und übernahm damit die rote Laterne im Dax.

Im Rampenlicht stand auch BASF. Der Chemiekonzern kann nach langem Hin und Her nun doch die US-Spezialchemiefirma Engelhard für rund fünf Mrd. Dollar übernehmen. Engelhard gab ihren Widerstand auf und empfiehlt ihren Aktionären, das Übernahmeangebot von BASF anzunehmen. BASF-Papiere gaben 2,4 Prozent nach.

Verkauft wurden auch Werte aus dem Stahlsektor. Die Aktien von Thyssen-Krupp zählten mit einem Abschlag von drei Prozent zu den größten Dax-Verlieren. Im Nebenwerteindex MDax, der 2,8 Prozent tiefer schloss, brachen die Papiere von Salzgitter um 4,4 Prozent ein. Händler verwiesen auf die jüngsten Kursanstiege bei den Stahlwerten und sprachen daher von Gewinnmitnahmen.

Bei den Nebenwerten richteten sich die Blicke der Anleger vor allem auf Stada. Der Generika-Hersteller kündigte drastische Preissenkungen an. Die Stada-Aktie setzte ihre Talfahrt fort und verlor zwei Prozent. Der Generika-Hersteller will die Preise für mehr als 110 Wirkstoffe ab dem 1. Juli um bis zu 50 Prozent senken. Stada reagiert damit auf einen entsprechenden Schritt der Novartis-Tochter Hexal.

Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 3,81 Prozent (Vortag: 3,80 Prozent). Der Rentenindex Rex sank um 0,05 Prozent auf 117,79 Punkte. Der Bund Future büßte 0,32 Prozent auf 116,28 Punkte ein. Der Kurs des Euro ist gestiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2839 (Montag: 1,2758) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7789 (0,7838) Euro.

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