Marktbericht
Alte Sorgen belasten die Wall Street

Verschärfte Rezessionsängste haben die amerikanischen Börsen am Dienstag auf steile Talfahrt geschickt. Nach überraschend schwachen Daten zum Dienstleistungssektor verloren die Aktien auf breiter Front. Die führenden Indizes verbuchten Rückgänge von jeweils rund drei Prozent.

HB NEW YORK. Enttäuschende Daten zum Dienstleistungssektor in den USA entfachten Ängste neu, die weltgrößte Volkswirtschaft könnte im Zuge der Kreditkrise in eine Rezession rutschen. Auf dem Markt lastete zudem ein Ausverkauf von Finanztiteln. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte erklärt, die Bonitäts-Herabstufungen von Anleiheversicherern würden signifikante Folgen für Banken haben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 2,93 Prozent schwächer bei 12 265 Punkten. Im Verlauf hatte er sich zwischen 12 264 und 12 631 Stellen bewegt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 3,2 Prozent auf 1336 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 3,08 Prozent auf 2309 Stellen nach. Zuvor hatten auch die europäischen und asiatischen Börsen Kursverluste verzeichnet. In Frankfurt hatte der Dax mit einem Minus von 3,4 Prozent bei 6765 Punkten geschlossen.

Der am Dienstag vorgelegte ISM-Service-Index für Januar fiel auf 41,9 von 54,4 Zählern im Dezember. Ein derart niedriges Niveau war zuletzt in der Rezession von 2001 erreicht worden. Analysten hatten im Schnitt 53,0 Punkte gerechnet. Nur wenn der Index über der Marke von 50 Zählern liegt, signalisiert er eine expandierende Geschäftstätigkeit des Sektors. Die Dienstleister machen 80 Prozent der US-Wirtschaft aus. Mit den ISM-Zahlen hätten die Sorgen um die Wirtschaft nochmals zugenommen, sagte Steve Goldman von Weeden & Co. Dies belaste den Markt eindeutig.

Auch in der Euro-Zone schwächte sich das Wachstum im Dienstleistungssektor deutlich ab. Das führte zu Befürchtungen, die Weltwirtschaft könnte in den Sog des Wirtschaftsabschwungs in den USA geraten. Der Markt sei komplett von der Angst getrieben, urteilte auch Experte Scott Wren von A.G. Edwards & Sons.

Am meisten gebeutelt waren die Aktien der Finanzinstitute. Grund dürfte unter anderem die Warnung von S&P gewesen sein, dass es auch bei Banken zu Rating-Herabstufungen kommen dürfte. Papiere der US-Großbank Citigroup gaben 7,4 Prozent nach. Bank of America büßten 3,8 Prozent ein. Titel des Versicherungsriesen AIG fielen um 4,5 Prozent wegen Sorgen um dessen Kredit-Belastungen.

Zu den Verlierern zählten auch Techwerte. Der Sektor gilt als besonders anfällig, wenn Firmen und Privatleute weniger Geld ausgeben. Aktien der Software-Hersteller Oracle und Symantec rutschten um 4,7 beziehungsweise 3,6 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,68 Milliarden Aktien den Besitzer. 603 Werte legten zu, 2553 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,44 Milliarden Aktien 611 im Plus, 2298 im Minus und 107 unverändert.

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