Marktbericht: Asiatische Aktienmärkte
Finanzkrise zieht asiatische Börsen ins Minus

Die Kreditmarktkrise und die zunehmenden Liquiditätssorgen bei der angeschlagenen US-Investmentbank Lehman Brothers haben die asiatischen Börsen am Donnerstag belastet. Trotz positiver Vorgaben aus den USA verbuchten besonders Finanz- und Exportwerte Verluste. Der Euro fiel im asiatischen Handel zum Dollar auf den tiefsten Stand seit einem Jahr.

HB HONGKONG. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index knapp zwei Prozent tiefer bei 12 102 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index rutschte 2,5 Prozent auf 1162 Zähler ab. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Taiwan, Südkorea und Singapur verzeichneten Verluste.

Der Aktienkurs der größten japanischen Bank Sumitomo Mitsui Financial Group schloss 4,6 Prozent tiefer. Der Rivale Mizuho Financial Group verlor 5,3 Prozent. Die japanischen Finanztitel hatten zu Beginn der Woche noch auf breiter Front zugelegt, nachdem die US-Regierung sich für eine Verstaatlichung der beiden angeschlagenen US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac entschieden hatte. Doch die Zuversicht verflog schnell, weil sich die Märkte zunehmend um finanzielle Engpässe bei Lehman Brothers sorgten.

Die Investoren seien enttäuscht, da Lehman Brothers keinerlei Anstalten gemacht habe, nach Bekanntgabe seines milliardenschweren Quartalsverlusts, Vertrauen wieder aufzubauen, sagte Fujio Ando von Chibagin Asset Management. "Wir sollten uns außerdem auf neue schlechte Nachrichten gefasst machen, wenn weitere Banken ihre Quartalszahlen für Juni bis August bekanntgeben."

Sorgen um die Konjunktur weltweit machten auch den Exporteuren zu schaffen. Die Aktie des Kameraherstellers Canon schloss 3,6 Prozent leichter, der Elektronikkonzern Hitachi verlor 4,8 Prozent, nachdem Chubu Electric Power eine Schadensersatzklage gegen das Unternehmen wegen Problemen mit einer Kraftwerksturbine ankündigte.

In New York hatte der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Mittwoch 0,3 Prozent höher bei 11 268 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,6 Prozent auf 1232 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,9 Prozent auf 2228 Punkte.

Der Euro notierte in Fernost am Montag bei 1,3968 Dollar und hatte zuvor im Handelsverlauf mit 1,3933 Dollar den tiefsten Wert seit einem Jahr. Die Turbulenzen auf den Märkten animierten US-Investoren nach Einschätzung von Analysten dazu, ihr Geld vermehrt im eigenen Land anzulegen. Zur japanischen Währung lag der Euro bei 149,98 Yen und der Dollar bei 107,34 Yen.

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