Marktbericht: Asiatische Aktienmärkte
Nikkei gewinnt fast vier Prozent

Die Hoffnung auf US-Hilfen in der größten Finanzmarktkrise der Nachkriegszeit hat an den Fernost-Börsen für Aufwind gesorgt. Die Nachricht über das Krisenmanagement von US-Finanzminister Henry Paulson und Notenbankchef Ben Bernanke brachte am Freitag die ersehnte Erleichterung für die Tokioter Börse, die am Vortag auf ein Drei-Jahres-Tief abgerutscht war.

HB TOKIO/HONGKONG. Der 225 Werte umfassende Nikkei schloss 3,8 Prozent im Plus bei 11 920 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann bis Handelsschluss 4,7 Prozent auf 1149 Punkte. In Hongkong legte der Hang-Seng-Index 6,5 Prozent zu, und der H-Index der Aktien vom chinesischen Festland schnellte rund sieben Prozent nach oben. Der Markt in Shanghai schoss ebenfalls rund zehn Prozent in die Höhe. Die Börse in Korea notierte 4,5 Prozent und der Aktienmarkt in Taiwan 5,8 Prozent im Plus.

In Washington berieten Finanzminister Paulson und Fed-Chef Bernanke zusammen mit Kongress-Vertretern über einen Plan zum Umgang mit faulen Krediten, die den Banken zum Verhängnis geworden waren und die Finanzmärkte in die Krise gestürzt hatten. Am Donnerstag hatten die Krisenpläne der US-Regierung bereits an der Wall Street wahre Kurssprünge ausgelöst. Auch die milliardenschweren Finanzspritzen mehrerer Zentralbanken sorgten für gute Stimmung.

Die Nachrichten vom US-Krisenmanagement brachten auch in Asien Optimismus. "Es ist eine Erleichterung", sagte Hans Kunnen von Colonial First State Fund Managers in Australien. So könnten ordentliche Lösungen für die Problemanlagen gefunden werden, und der Bankensektor könne zum Tagesgeschäft zurückkehren. Takahiko Murai von Nozomi Securities sagte, noch seien zwar keine Einzelheiten bekannt. Aber die Einstellung der Regierung in Washington sei gut, alles in ihrer Macht stehende zur Lösung der Krise beizutragen.

Zu den Gewinnern in Tokio gehörten vor allem Finanzwerte wie Mitsubishi UFJ Financial Group, Mizuho und Nomura Holdings Inc. Mitsubishi UFJ stiegen um 11,5 Prozent, Mizuho legten 12,6 Prozent zu, und Nomura verteuerten sich um 9,6 Prozent.

Zu den Gewinnern gehörten aber auch Reedereien wie Kawasaki Kisen, Mitsui OSK Lines und Nippon Yusen, nachdem der Seefracht-Index für weltweite Rohstofftransporte den dritten Tag in Folge angezogen hatte. Alle drei Reeder gewannen jeweils rund zehn Prozent.

Der Dollarkurs zog im fernöstlichen Devisenhandel wieder an, weil auch hier die Anleger Optimismus aus den Plänen der US-Regierung schöpften. Für den Dollar wurden 106,75 Yen gezahlt, der Euro kostete 1,4253 Dollar.

Angesichts des schwächeren Yens waren auch Aktien von japanischen Exportunternehmen wie Canon Inc, Honda Motor und Fanuc gefragt. Die Papiere des Kameraherstellers Canon verteuerten sich um gut acht Prozent, der Autobauer Honda legte 5,4 Prozent zu, und der Hersteller von Industrierobotern Fanuc notierte mehr als 13 Prozent fester.

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