Marktbericht: Asiatische Aktienmärkte
Nikkei gibt Gewinne ab und schließt im Minus

Unsicherheiten über die Wirksamkeit des geplanten Rettungspakets der US-Regierung für die Finanzbranche haben die Börsen in Asien belastet. Aktien von Finanzinstituten gaben erneut nach. Auch Automobiltitel und Energiekonzerne gehörten zu den Verlierern. Im fernöstlichen Devisenhandel gab der Euro wegen der Ausweitung der Bankenkrise auf europäische Institute deutlich nach.

HB TOKIO. In Tokio schloss der Nikkei-Index nach anfänglichen Gewinnen 1,3 Prozent im Minus bei 11 743 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index fiel um 1,7 Prozent auf 1127 Zähler. Auch die Aktienmärkten in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur notierten schwächer. Die Börse in Shanghai bleibt diese Woche wegen Feiertagen geschlossen.

Zum Wochenbeginn stand erneut das geplante 700 Mrd. Dollar schwere Hilfspaket der US-Regierung im Blickpunkt. "Die Investoren wollen abwarten und sehen, wie der US-Plan funktioniert. Bisher konnten sie darüber kein Urteil fällen", sagte Analyst Yukio Takahashi von Shinko Securties. Sein Kollege Tim Rocks von Macquaries Securities zweifelt an der Wirksamkeit des Pakets. "Die Banken benötigen mehr Geld, damit sie sich gegenseitig wieder vertrauen und Geld leihen. Die große Frage ist, ob der Plan das erreich kann."

So gehörten zum Wochenauftakt erneut die zuletzt schwer gebeutelten Finanztitel zu den Verlierern. Japans zweitgrößte Bank Mizuho Financial verlor 1,5 Prozent. Die Titel des drittgrößten Instituts des Landes, Sumitomo Mitsui Financial, gaben 1,6 Prozent nach.

Aus Sorge um eine weitere Abkühlung der weltweiten Wirtschaft gaben auch die Aktien stark exportabhängiger Unternehmen nach. Der weltgrößte Autobauer Toyota verbilligte sich um 3,2 Prozent, Konkurrent Honda gab 3,9 Prozent nach. Aufgrund des gefallenen Ölpreises stürzten die Aktien des Handelshauses Mitsui & Co um 8,4 Prozent ab. Die Papiere des Öl- und Gasfeld-Erforschers Inpex verloren 6,1 Prozent.

Im fernöstlichen Devisenhandel profitierte der Dollar von der grundsätzlichen Einigung im US-Kongress auf Hilfspaket für die Finanzbranche. Der Euro litt dagegen unter der Ausweitung der Bankenkrise auf europäische Institute. In einer Notaktion hatten die Benelux-Staaten am Sonntag den niederländisch-belgischen Finanzkonzern Fortis für 11,2 Mrd. Euro gerettet. Die britische Währung wurde von Nachrichten über eine bevorstehende Verstaatlichung der Hypothekenbank Bradford & Bingley geschwächt.

"Die beiden Fälle zeigen, dass die Finanzkrise nicht auf die USA begrenzt ist, sondern weltweit um sich greift", sagte ein japanischer Devisenhändler. "Da die USA mit ihrem Hilfspaket vorankommen, schaut der Markt nun auf Europa und andere Regionen."

Die europäische Gemeinschaftswährung verbilligte sich zum Dollar um rund ein Prozent auf 1,4465 Dollar. Das Pfund gab ebenfalls deutlich nach auf 1,8273 Dollar. Der Dollar kletterte dagegen zum Yen um rund 0,5 Prozent auf 106,35 Yen. Der Euro verlor auch gegenüber der japanischen Währung und wurde mit 153,74 Yen gehandelt.

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