Marktbericht: Asiatische Aktienmärkte
Tokio im Plus – Shanghai verliert

Die Aktienmärkte in Fernost haben überwiegend Gewinne verbucht. Mehrere Fusionen wie die Übernahme der Arzneimittelsparte des belgischen Konzerns Solvay durch den US-Pharmariesen Abbott ließen die Anleger auch in Japan Hoffnung schöpfen, dass es mit der Wirtschaft weltweit aufwärtsgeht. Die Börse in Shanghai gab dagegen nach.

HB TOKIO/SHANGHAI. Die Stimmung der Anleger wurde hier dadurch gedämpft, dass eine große Zahl neuer Aktien auf den Markt drängt.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,9 Prozent im Plus bei 10 100 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 0,1 Prozent auf 904 Punkte. Die Börse in Hongkong notierte 2,3 Prozent im Plus, und auch die Aktienmärkte in Singapur, Taiwan und Korea konnten Gewinne verbuchen. Die Börse in Shanghai büßte 1,2 Prozent ein.

Die Wall Street hatte am Vorabend nach drei Handelstagen mit Verlusten wieder mit schwarzen Zahlen geschlossen. Für gute Stimmung sorgten sowohl in New York als auch in Fernost die Fusionsnachrichten: So übernimmt Abbott für 4,5 Mrd. Euro die Pharmasparte von Solvay, und der US-Konzern Xerox will 6,4 Mrd. Dollar für Affiliated Computer Services hinblättern.

Technologiewerte waren in Asien gefragt - vor allem in Taiwan, wo die Regierung Auftrags-Chipherstellern und Flachbildschirmproduzenten Übernahmen ihrer Rivalen in China erlauben will. Aktien der beiden größten Chip-Auftragsfertiger TSMC und UMC - Konkurrenten der Dresdner AMD-Tochter Globalfoundries - lagen 4,9 und 3,6 Prozent im Plus.

In Tokio waren auch unter dem Eindruck des billigeren Yen vor allem Exportwerte wie der Stahlkonzern Kobe gefragt. Der Kobe-Kurs schoss mehr als fünf Prozent in die Höhe. Aktien des Elektronikteileherstellers Kyocera verteuerten sich um 2,9 Prozent, Anteile des Autobauers Honda um 1,1 Prozent. Auch der Kurs des Industrieroboter-Herstellers Fanuc legte zu, und zwar um 2,8 Prozent.

Die japanische Währung gab nach, als die Regierung des Landes ein Eingreifen auf dem Devisenmarkt nicht ausschloss. Der Dollar kletterte wieder auf rund 90 Yen, nachdem er am Vortag auf 88,23 Yen nachgegeben und damit so niedrig gehandelt wurde wie seit Anfang des Jahres nicht mehr. Die japanische Exportwirtschaft rechnet im Schnitt mit einem Wechselkurs von 90 bis 95 Yen. Alles darunter zehrt an ihren Erlösen. "Die Bewegungen bei Dollar und Yen haben sich etwas beruhigt und das hilft dem Markt", sagten Händler. Die Investoren warteten allerdings ab, ob sich der Devisenmarkt stabilisiere.

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