Marktbericht: Asiatsiche Aktienmärkte
Börsen in Asien erholen sich

Nach erheblichen Verlusten am Vortag hat sich die Lage an den Börsen in Asien am Mittwoch etwas entspannt. Grund waren positive Vorgaben von der Wall Street sowie die Hoffnung, dass das US-Hilfspaket für die Finanzbranche doch noch verabschiedet werden könnte. Sorgen über den Zustand der japanischen und internationalen Wirtschaft verhinderten jedoch größere Kurssprünge.

HB TOKIO. In Tokio erholte sich der Nikkei-Index wieder, nachdem er am Dienstag auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gefallen war. Der 225 Werte umfassende Leitindex gewann knapp ein Prozent auf 11.386 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte um 1,3 Prozent auf 1101 Zähler zu. Auch der Aktienmarkt in Taiwan legte zu, während die Börsen in Singapur und Südkorea schwächer notierten. Die Börsen in Shanghai und Hongkong hatten wegen Feiertagen geschlossen.

"Die Märkte haben sich nach der Verkaufspanik am Dienstag wieder etwas beruhigt. Investoren denken wieder rational und haben erkannt, dass das US-Rettungspaket immer noch verabschiedet werden kann, wenn auch mit ein paar Änderungen", sagte Händler Junichi Misawa. Zuvor hatte sich in den USA ein neuer Anlauf zur Verabschiedung des 700 Milliarden Dollar schweren Hilfspakets für die Finanzbranche abgezeichnet. Die US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und John McCain warben für eine Zustimmung. Der US-Senat will bereits am Mittwoch über das überarbeitete Paket abstimmen. Ein klares Ja dürfte den Druck auf das Repräsentantenhaus erhöhen, das am Donnerstag wieder zusammentritt. Es hatte den ursprünglichen Plan trotz tagelanger Verhandlungen Anfang der Woche überraschend abgelehnt.

In Tokio zählten vor allem Finanzkonzerne zu den Gewinnern. Die Aktien von Nomura gewannen rund sechs Prozent, Japans größte Bank Mitsubishi UFJ legte 3,4 zu. Auch die zuletzt gebeutelten Exportwerte erholten sich. Die Anteile des Elektronikkonzerns Canon-Anteile gewannen 4,2 Prozent, Sony-Aktien legten 1,3 Prozent zu.

Von Euphorie waren die Händler jedoch weit entfernt. Ihrer Ansicht nach bleibt die Wirtschaft auch bei einer Verabschiedung des Kreditpaket in einem kritischen Zustand. "Auch wenn das Hilfspaket nun aller Wahrscheinlichkeit nach den Kongress passiert, gibt es noch eine Menge Fragen dazu", sagte ein Händler in Tokio. "Nimmt man den Konjunkturbericht und die steigende Zahl von Unternehmen zusammen, die ihre Zahlen nach unten revidieren, dann sieht es vor der nächsten Berichtssaison eher schwierig aus." Ein vielbeachteter Index über die Stimmung von japanischen Großunternehmen des Verarbeitenden Gewerbes rutschte im September erstmals seit fünf Jahren wieder ins Minus.

Nach den stärksten Verlusten seit Jahren am Vortag notierte der Euro im fernöstlichen Devisenhandel wieder etwas fester zum Dollar. Die Gemeinschaftswährung kostete 1,4105 Dollar. Am Vortag hatte sie in Erwartung milliardenschwerer Staatshilfen für die US-Finanzbranche 2,4 Prozent abgegeben. Auch der Euro-Kurs zum Yen stieg auf 149,49 Yen. Der Dollar setzte gleichfalls seinen Aufwärtstrend zur japanischen Währung fort und wurde mit 105,97 Yen gehandelt.

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