Marktbericht Asien
Abe-Rücktritt belastet Tokioter Börse

Der überraschende Rücktritt des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe hat am Mittwoch die Tokioter Aktienmärkte und den Yen belastet. Händler begründeten die negative Tendenz mit der nun drohenden politischen Unsicherheit. Die anderen asiatischen Aktienmärkte tendierten überwiegend im Plus.

HB HONGKONG. Vor allem Energiewerte sorgten angesichts des gestiegenen Ölpreises nach dem Opec-Beschluss vom Vortag für Gewinne. Aber auch die Hoffnung auf sinkende Zinsen in den USA wirkte sich Marktteilnehmern zufolge positiv aus.

Dies verhalf dem Euro zu weiteren Kursgewinnen: die europäische Gemeinschaftswährung markierte ein neues Rekordhoch über 1,3853 Dollar. Im Verlauf stieg der Euro bis auf 1,3878 Dollar. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl lag mit 78,30 Dollar nur knapp unter seinem Rekordhoch von 78,77 Dollar.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,5 Prozent im Minus bei 15 797 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor bis Handelsschluss 0,27 Prozent auf 1 528 Zähler. Die Nachricht vom Rücktritt Abes hat dafür gesorgt, dass die Indizes ihre Gewinn vollständig abgaben. „Die Nachricht ist ein weiterer negativer Faktor“, sagte Hiroshi Motoki von AIG Global Investment Corp. So gaben die Aktien des Autobauers Honda Motor ihre Gewinne komplett ab und schlossen unverändert. Gegen den Trend legten indes die Aktien des Pharma-Konzerns Takeda um mehr als ein Prozent zu.

Die Aktienbörsen in Hongkong, Taiwan und Singapur lagen im Plus, die Börse in Südkorea dagegen verlor.

In New York hatte am Vorabend die Wall Street Gewinne verbucht. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,4 Prozent höher bei 13 308 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte ebenfalls 1,4 Prozent zu auf 1471 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 2 597 Punkte.

Die Nachricht von Abes Rücktritt belastete auch den Yen. Der Dollar sank auf 113,91 Yen von 114,31 Yen. Der Euro profitierte von der Schwäche des Dollar. Die US-Währung steht nun seit einigen Tagen wieder unter Druck, weil sich in den USA die Anzeichen mehren, dass die aktuelle Krise am Immobilienmarkt Spuren in der gesamten übrigen Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen könnte.

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