Marktbericht Asien
Asiatische Börsen unter Druck

Die Börsen in Fernost haben am Donnerstag überwiegend Kursverluste verzeichnet. In Japan schlossen die Märkte erneut im Minus, nachdem Investoren ihr Geld aus Rohstoff- und exportorientierten Aktien abzogen.

HB HONGKONG/TOKIO. Sowohl der Preis für US-Leichtöl als auch der Preis für Öl der Nordsee-Sorte Brent stiegen im asiatischen Handel auf ein neues Rekordhoch. Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank fiel der Dollar in Fernost zeitweise auf ein Zwei-Monatstief. Es wird erwartet, dass die EZB den Leitzins zum ersten Mal seit einem Jahr anhebt. Analysten rechnen überwiegend mit einem Zinsschritt von 25 Basispunkten. Mit Spannung wird vor allem darauf gewartet, ob die EZB angesichts der steigenden Inflation eine weitere Anhebung der Zinsen signalisieren wird.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,16 Prozent auf 13 265 Punkte. Damit markierte er mit dem elften Minustag in Serie seine längste Verluststrecke seit mehr als einem halben Jahrhundert. Der breiter gefasste Topix-Index schloss 0,24 Prozent im Minus bei 1 298 Zählern. Auch die Aktienmärkte Singapur Südkorea, Hongkong und Australien gaben nach. Dagegen tendierten die Börsen in Taiwan und Shanghai fester.

Der Preis für US-Leichtöl stieg auf ein neues Rekordhoch von 144,57 Dollar je Fass. Öl der Sorte Brent legte bis auf 145,36 Dollar je Fass zu. In Tokio verzeichneten insbesondere Autoaktien Verluste, nachdem die Analysten der Investmentbank Merrill Lynch am Vortag einen Bankrott des US-Autobauers General Motors nicht gänzlich ausgeschlossen hatten. Toyota-Papiere gaben 0,8 Prozent ab, Honda-Aktien verloren 0,3 Prozent. Papiere von Handelshäusern konnten nicht von neuen Rekordständen beim Ölpreis profitieren. Gewinnmitnahmen führten bei Mitsubishi Corp gar zu einem Abschlag von 4,4 Prozent. "Die Stimmung ist einfach sehr schlecht", sagte Yutaka Miura von Shinko Securities. Niemand wolle kaufen. Zu den wenigen gefragten Aktien gehörte die Aktie von Sanyo Electric. Die Titel des weltgrößten Herstellers von Akkus stiegen um 3,4 Prozent, nachdem der Konzern den Bau eines neuen Werks zur Produktion von Lithium-Ionen-Batterien bis 2009 angekündigt hatte. Damit folgt das Unternehmen seiner Strategie, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

Im fernöstlichen Devisenhandel legte der Euro zum Dollar zunächst zu, notierte später jedoch weitgehend unverändert zum US-Handelsschluss bei 1,5880 Dollar. Zur japanischen Währung notierte der Dollar bei 105,94 Yen nach 105,86 Yen. Der Euro lag zum Yen bei 168,19 Yen nach 168,09 Yen zum US-Handelsschluss.

Ein neuer Ölpreisrekord von 144 Dollar hatte bereits am Mittwoch den Anlegern an der Wall Street im späten Handel kräftig die Stimmung verdorben. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,46 Prozent tiefer mit 11 215 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,82 Prozent auf 1261 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq gab 2,32 Prozent auf 2 251 Punkte ab.

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