Marktbericht Asien
Asiens Börsen verlieren an Boden

Bedenken über eine weitere Abschwächung der Weltwirtschaft haben die Börsen in Asien am Mittwoch ins Minus gezogen. Nach schlechten US-Vorgaben sorgten sich die Händler besonders um Japans Wirtschaft, die im zweiten Quartal schrumpfte und damit Rezessionsängste verstärkte.

HB HONGKONG. Der negative Trend zog Unternehmen aus allen Branchen ins Minus, zu den größten Verlierern zählten Finanztitel. Schwache Unternehmenszahlen belasteten Internet- und Werbefirmen.

In Tokio gab der 225 Werte umfassende Nikkei-Index um 2,1 Prozent auf 13 023 Punkte nach. Der breiter gefasste Topix-Index verlor knapp zwei Prozent auf 1 246 Punkte. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und der chinesische Leitindex notierten tiefer.

Am Dienstag hatte der New Yorker Aktienmarkt wegen neuer Abschreibungen in der Finanzbranche und Sorgen vor einer weiteren Abschwächung der Weltwirtschaft im Minus geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 1,2 Prozent auf 11 642 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss ebenfalls 1,2 Prozent schwächer bei 1289 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab um 0,4 Prozent nach und ging mit 2430 Punkten aus dem Handel.

Japans Regierung hatte vor Börsenbeginn bekanntgegeben, dass das Bruttoinlandsprodukt von April bis Juni preisbereinigt im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent gesunken sei. Bei vielen Händler bestärkte die Nachricht die Befürchtung, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt vor einer Rezession steht oder sich bereits in einer solchen befindet. "Es hat die Einschätzung vieler Investoren bestätigt, dass die Rezession sich das gesamte Jahr hinziehen wird, vielleicht sogar bis zum Ende des Geschäftsjahres. Die Daten waren eine gute Ausrede, um sich von riskanten Anlagen zu trennen", sagte Händler Masaru Hamasaki von Toyota Asset Management.

Zuvor hatten bereits Nachrichten aus den USA für schlechte Stimmung gesorgt. Die Bank JPMorgan Chase hatte erklärt, wegen den Turbulenzen an den Kredit- und Hypothekenmärkten seit Juli 1,5 Mrd. Dollar Verlust verbucht zu haben. Diese Meldung zog Japans Bankentitel nach unten. Mitsubishi UFJ Financial Group verlor 4,2 Prozent, Sumitomo Mitsui Financial Group 3,2 Prozent und Mizuho Financial Group

3,5 Prozent. "Sicherlich helfen ein stärkerer Dollar und einer sinkender Ölpreis den Märkten. Aber ein Ende der Sorgen um ausländische Banken würde hundert mal mehr helfen", sagte Händler Masayoshi Okamoto von Okasan Securities.

Der Negativtrend zog besonders exportorientierte Unternehmen ins Minus. Die Titel des Elektronikkonzern Canon verbilligten sich um 2,4 Prozent, der Mobilfunkkonzern Softbank verlor 3,5 Prozent. Die Aktie von Fanuc, das Roboter für die Industrie herstellt, gab 1,8 Prozent nach. Japans größte Werbefirma Dentsu verlor nach einem Gewinneinbruch im abgelaufenen Quartal 4,6 Prozent. Trend Micro, das Sicherheitssoftware für das Internet herstellt, gab nach einer Gewinnwarnung 4,8 Prozent nach.

Der in den vergangenen Tagen deutlich stärker gewordene Dollar hat im fernöstlichen Devisenhandel seinen Kurs behauptet. Der Euro verlor gegenüber der US-Währung erneut leicht und wurde mit 1,4902 Dollar gehandelt. Der Rückgang beim Ölpreis und die schlechten Konjunkturaussichten in der Eurozone haben zu der neuen Dollarstärke beigetragen. Händler sind allerdings skeptisch, ob sich dieser Trend fortsetzt, da auch die US-Wirtschaft deutliche Bremsspuren zeigt. Gegenüber der japanischen Währung fiel der Dollar leicht auf 108,85 Yen.

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