Marktbericht Asien
Börse in Tokio spielt den Ausreißer

Die Aktienmärkte in Fernost haben am Donnerstag uneinheitlich tendiert. In Japan schlossen die Börsen ins Minus: der Verlust der US-Investmentbank Merrill Lynch schickte nach US-Finanztiteln auch Bankenaktien in Japan auf Talfahrt. Die übrigen Asienbörsen verzeichneten bis auf Shanghai dagegen Gewinne.

HB HONGKONG/TOKIO. Die übrigen Asienbörsen verzeichneten bis auf Shanghai dagegen Gewinne: Schlechte Daten vom US-Häusermarkt stützten hier die Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,45 Prozent auf 16 284 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,01 Prozent auf 1548 Zähler. Die Börsen in Singapur, Taiwan, Südkorea und Hongkong lagen dagegen im Plus. Die Märkte in Shanghai verzeichneten jedoch ebenfalls Verluste, nachdem neue Zahlen eine leicht gesunkenes Wachstum in China festgestellt hatten.

Die Verluste von Merrill zeigten dem Markt, dass es noch einige Zeit brauchen werde, bis die Auswirkungen der Krise bei den zweitklassigen Hypothekenkrediten eingedämmt seien, sagte Hiroichi Nishi von Nikko Cordial Securities. „Es scheint nun, dass es Auswirkungen auf den US-Konsum geben könnte, und dies macht den Leuten wirklich Sorgen.“ Unter den schlechten Zahlen von Merrill litten vor allem Finanztitel: der Kurs von Mizuho Financial fiel fast vier Prozent, die Papiere der Mitsubishi UFJ Financial Group verloren knapp zwei Prozent an Wert.

Die schwachen US-Häuserdaten und Verluste von Merrill Lynch trieben den Yen gegenüber dem Dollar in die Höhe, was im Gegenzug die Aktien von exportorientierten Unternehmen auf Talfahrt schickte. So fielen etwa die Aktien von Canon um 2,62 Prozent.

Vor einer Flut von Unternehmenszahlen, die am Donnerstag erwartet wurden, hielten sich die Anleger noch überwiegend zurück. Den Anfang der Berichterstattung machten dann Nintendo und Hyundai: Nintendo konnte seinen Gewinn im zurückliegenden Quartal dank starker Verkäufe der Spielekonsole Wii nahezu verdreifachen, die Papiere des japanischen Elektronik-Herstellers stiegen daraufhin um 3,49 Prozent. Hyundai-Aktien zogen ebenfalls mehr als drei Prozent an: der südkoreanische Autobauer verzeichnete dank gesteigerter Produktivität und besserer Geschäfte am Heimatmarkt einen Gewinnsprung von 45 Prozent.

Der Euro tendierte nahezu unverändert zur US-Währung bei 1,4265 Dollar. Zum Yen verlor die Gemeinschaftswährung im Vergleich zum späten New Yorker Handel allerdings ebenso wie der Dollar an Wert. Ein Euro kostete 162,55 Yen, ein Dollar wurde mit 113,96 Yen gehandelt. US-Leichtöl verteuerte sich nach einem starken Abfall der US-Lagerbestände um rund 80 Cent auf 87,89 Dollar je Barrel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte hatte nach einem turbulenten Handel nahezu unverändert bei 13 675 Punkten geschlossen. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,24 Prozent auf 1515 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,88 Prozent auf 2774 Punkte.

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