Marktbericht Asien-Börsen
Aktienmärkte in Asien geben kräftig nach

Trotz eigenlich positiver Konjunkturdaten aus Japan haben die asiatischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn kräftig an Boden verloren. Der japanische Nikkei-Index sackte um gut drei Prozent ab, in China gab der Leitindex sogar fünf Prozent nach.

HB TOKIO. Angesichts neuer Zweifel an der wirtschaftlichen Erholung sind die asiatischen Börsen mit kräftigen Kursverlusten in die Woche gestartet. Neue Daten zum japanischen Wirtschaftswachstum konnten die Anleger nicht beruhigen und wurden für Gewinnmitnahmen genutzt, sagten Händler in Tokio. Die Börse in Schanghai setzte ihre Talfahrt fort und fiel auf den tiefsten Stand seit acht Wochen. Auch dort herrschte Unsicherheit über die wirtschaftlichen Aussichten sowie über die Wirtschaftspolitik der Regierung.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei am Montag 3,1 Prozent schwächer bei 10 268 Punkten. Der breiter gefasste Topix verlor 2,5 Prozent auf 949 Zähler. Die Börsen in Australien, Taiwan, Südkorea und Singapur gaben zwischen knapp zwei und drei Prozent nach. Der Aktienmarkt in Shanghai büßte sogar rund fünf Prozent ein, während die Börse in Hongkong rund drei Prozent leichter tendierte. Auch die US-Aktienfutures notierten im roten Bereich.

Die japanische Wirtschaft verbuchte zuletzt wie erwartet das erste Wachstum seit fünf Quartalen. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt legte im zweiten Vierteljahr 0,9 Prozent zu, aufs Jahr hochgerechnet bedeutet das Quartalsplus ein Wachstum von 3,7 Prozent. An der Börse konnte dies jedoch nicht beruhigen. Anleger nahmen die neuen Daten eher zum Anlass, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen und sich die jüngsten Gewinne zu sichern, erklärten Händler. Vergangene Woche waren die Aktien in Tokio auf den höchsten Stand seit zehn Monaten geklettert.

Auch die Kursverluste an anderen asiatischen Börsen gaben den Investoren in Japan zu Denken. Es herrsche das Gefühl, dass der Risikoappetit der Anleger bereits wieder eine Grenze erreicht habe, sagte Fondsmanager Mitsushige Akino von Ichiyoshi Investment Management. Die Anleger blicken vor allem mit Sorgen auf die USA. Sie befürchten, dass das niedrige Verbrauchervertrauen auch die japanischen Exporte belastet. Nach den Daten vom Freitag ist das Verbrauchervertrauen in den USA im August so stark geschwunden wie seit März nicht mehr. Das schürte Zweifel, ob die größte Volkswirtschaft tatsächlich wie zuletzt nach den Quartalsberichten gedacht auf dem Weg der Besserung ist. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte war deshalb am Freitag mit einem Minus von 0,8 Prozent auf 9321 Punkte aus dem Handel gegangen. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,9 Prozent auf 1004 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq büßte 1,2 Prozent auf 1985 Punkte ein.

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