Marktbericht: Asien-Börsen
Tokio auf Elf-Wochen-Tief

Die überraschend schwachen Zahlen vom US-Arbeitsmarkt haben die Aktienmärkte in Fernost am Montag belastet. Die US-Erwerbslosenquote von 9,8 Prozent - ein 26-Jahres-Hoch - versetzte dem Konjunkturoptimismus der Investoren einen Dämpfer. Viele von ihnen hielten sich daher unmittelbar vor Beginn der Bilanzsaison zurück. In Tokio schloss der Nikkei auf dem tiefsten Stand seit elf Wochen. Hier trübte erneut die Sorge über die Stärke des Yen die Stimmung.

HB TOKIO. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte ging mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 9674 Punkten aus dem Handel. Der gefasste Topix-Index schloss 0,8 Prozent tiefer bei 867 Zählern. Auch die Aktienmärkte in Singapur und Südkorea verzeichneten Verluste. Nach einem Medienbericht über eine geplante milliardenschwere Kapitalerhöhung gehörten in Seoul die Titel der viertgrößten Bank des Landes, der Hana Financial Group, zu den größten Verlierern. Die Börse in Taiwan verbuchte dagegen Gewinne. Die Handelsplätze in China blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

Die Anleger spekulierten unmittelbar vor Beginn der Berichtssaison auf negative Effekte der Yen-Stärke auf die Geschäftsausblicke der Unternehmen, sagte der Händler Masayoshi Okamoto von Jujiya Securities. Diese lastete erneut auf Exportwerten. Aktien des Elektronikkonzerns Sony gaben zwei Prozent nach, Papiere von Autokonzernen wie Honda, Toyota und Nissan um bis zu 2,8 Prozent.

Zudem erinnerten die US-Arbeitsmarktzahlen an die Brüchigkeit der amerikanischen Konjunkturerholung. "Ich denke aber nicht, dass damit die Perspektive für die Wirtschaft der Vereinigten Staaten ruiniert ist", sagte der Investmentstratege Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities. Der Markt habe derzeit eher wieder eine neutrale Haltung eingenommen.

Bei den Unternehmen standen die Titel des Einzelhändlers Fast Retailing mit einem Sprung von 14,9 Prozent im Mittelpunkt. Der Umsatz bei dessen Kleidungskette Uniqlo kletterte im September um knapp ein Drittel. Nach oben ging es auch für die zuletzt unter Druck geratenen Finanzwerte. Die Titel der Mitsubishi UFJ Financial Group gewannen 2,3 Prozent, die der Mizuho Financial Group 2,9 Prozent und die des Brokers Nomura Holdings 10,9 Prozent. Händler machten dafür Short-Covering verantwortlich. Für das Kursplus bei Nomura führten sie zudem Wetten auf eine baldige Entscheidung über den Verkaufspreis der Anteilsscheine des Unternehmens an.

Der Euro kletterte in Fernost auf 1,4645 Dollar nach 1,4569 Dollar im späten US-Handel am Freitag. Zum Yen legte die europäische Gemeinschaftswährung ebenfalls zu und notierte bei 131,58 Yen nach 130,83 Yen. Der Dollar verteuerte sich gegenüber der japanischen Währung auf 89,83 Yen nach 89,80 Yen in New York.

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