Marktbericht Asien
China-Börsen fahren Achterbahn

Der Ölpreis hat sich am Freitag in Asien nach dem deutlichen Rückgang vom Vortag stabilisiert. Die fernöstlichen Aktienmärkte reagierten unterschiedlich auf die Entscheidung Chinas, den Preis für Treibstoff drastisch anzuheben. Der Euro notierte leicht stärker zum Dollar.

HB SINGAPUR. Ein Barrel US-Leichtöl wurde in Asien zu 132,26 Dollar gehandelt, nachdem der Preis dort vorübergehend bis auf 131,19 Dollar gefallen war. Am Donnerstag war der Preis noch um fast fünf Dollar gesunken, nachdem China die staatlich festgelegten Benzin- und Dieselpreise überraschend um bis zu 18 Prozent erhöht hatte. "Das ist sehr bedeutend", sagte John Kemp von RBS Sempra. Es zeige, dass die Regierung bereit sei, im Kampf gegen den steigenden Verbrauch auch unbeliebte Maßnahmen zu ergreifen. China hat den zweitgrößten Ölverbrauch der Welt. Sein zunehmender Energiehunger gilt als einer der wichtigsten Gründe für den weltweiten Anstieg des Öl-Preises von etwa 20 Dollar je Barrel vor sechs Jahren auf inzwischen knapp unter 140 Dollar.

Die Börse in Hongkong hat am Freitag nach einem turbulenten Handelsverlauf im Gefolge der unerwarteten Erhöhung der Treibstoffpreise in China etwas schwächer geschlossen. Nach Gewinnmitnahmen bei Energieaktien fiel der Hang-Seng-Index um 0,13 Prozent auf 22 768 Punkte. Der H-Index der Aktien vom chinesischen Festland gab 0,8 Prozent auf 12 533 Zähler nach.

Auch die Börse in Shanghai musste einen Großteil der im Verlauf erzielten Gewinne wieder abgeben und schloss nur noch drei Prozent fester bei 2 831 Punkten. Der Index hatte zeitweise mehr als sechs Prozent im Plus gelegen. China hatte am Vortag überraschend die staatlich festgelegten Benzin- und Dieselpreise um bis zu 18 Prozent erhöht, um den Verbrauch zu senken.

Dagegen gaben die Aktienmärkte in Taiwan, Seoul und Japan nach. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index in Tokio schloss 1,33 Prozent im Minus bei 13 942 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,37 Prozent nach und fiel auf 1356 Punkte. Vor allem Werte, die auf fallende Ölpreise reagieren, verzeichneten hier Verluste - wie die des größten Ölförderunternehmens Inpex (minus 3,7 Prozent). Auch Exportwerte, die kürzlich noch zugelegt hatten, mussten ihre Gewinne wieder abgeben, was den Markt zusätzlich belastete.

Im Devisenhandel gab der Dollar wieder etwas nach, nachdem er am Vortag dank des Rückgangs beim Ölpreis gewonnen hatte. Der Euro kletterte in Tokio auf 1,5533 Dollar. In japanischer Währung wurde der Dollar mit 107,86 Yen gehandelt. Die Benzinpreiserhöhung in China ließ am Vorabend auch die US-Aktienmärkte im Plus schließen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,3 Prozent im Plus bei 12 063 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte 0,4 Prozent zu auf 1 342 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging gar mit einem Plus von 1,3 Prozent auf 2 462 Zähler aus dem Handel.

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