Marktbericht Asien
Finanzkrise zieht Asiens Börsen ins Minus

Neue Sorgen über die Finanzkrise in den USA haben am Dienstag die asiatischen Börsen deutlich ins Minus gedrückt. Im Sog von Medienberichten über weitere Probleme bei den US-Hypothekenfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac zogen sich auch in Asien die Investoren vor allem aus den Finanztiteln zurück. Die mit der Kreditkrise einhergehenden Sorgen über die Entwicklung der Weltwirtschaft stützten dagegen Staatsanleihen.

HB TOKIO. Der Dollar notierte weiterhin in der Nähe seines Sechs-Monatshochs von 1,4645 zum Euro. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index ging mit einem Minus von 2,28 Prozent bei 12 865 Punkten aus dem Handel. Der breiter gefasste Topix-Index gab 2,23 Prozent auf 1 235 Zähler ab. In Hongkong zogen Immobilienfirmen den Markt nach unten. Diese wollen in den nächsten Wochen Zahlen präsentieren. Zudem gebe es Sorgen, dass die chinesische Wirtschaft nach den Olympischen Spielen nicht mehr so kräftig wachsen könnte, sagte Won Jong Hyuck, Analyst bei SK Securities in Seoul.

In Südkorea belasteten Exportwerte wie Samsung. Auch die Märkte in Singapur und Taiwan lagen im Minus. Einzige Ausnahme war Shanghai. Nach anfänglichen Kursverlusten drehte der Markt im Verlauf leicht ins Plus. Börsenneuling China Southern Locomotive legte nach einem fulminanten Börsenstart am Dienstag weitere vier Prozent zu.

Den allgemeinen Abwärtstrend ausgelöst hatte ein Bericht der Zeitschrift "Barron's", wonach es zunehmend wahrscheinlich sei, dass das Kapital von Fannie Mae und Freddie Mac mit Steuergeldern aufgestockt werden müsse. Marktteilnehmer hatten sich daraufhin massiv von den Papieren getrennt. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte ein Bericht über einen möglichen Quartalsverlust bei der Investmentbank Lehman Brothers.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss am Montag 1,6 Prozent tiefer auf 11 479 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging 1,5 Prozent leichter auf 1278 Zählern aus dem Handel. Der Technologie-Index Nasdaq gab ebenso 1,5 Prozent auf 2416 Punkte nach.

In Japan gehörten Versicherer wie T&D Holdings mit einem Minus von 3,35 Prozent und die Aktie der größten japanischen Bank Mitsubishi UFJ mit einem Minus von 1,9 Prozent zu den Verlierern. Papiere der Konkurrenten Mizuho Financial und Sumitomo Mitsui Financial fielen um 2,1 Prozent beziehungsweise 2,7 Prozent. "Investoren, die gestern nach der Rückkehr aus dem Urlaub noch gekauft haben, lassen die Titel jetzt wegen der anhaltenden Sorgen über die US-Finanzkrise wieder fallen", sagte Kenichi Hirano, Analyst bei Tachibana Securities. Aber auch Exportwerte ließen Federn: Der Kurs der Canon-Aktie fiel um 3,75 Prozent, der von Honda um 2,4 Prozent.

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