Marktbericht
Asiens Börsen folgen US-Talfahrt

Kreditschwierigkeiten und die US-Hypothekenmarktkrise haben die asiatischen Aktienbörsen am Freitag kräftig ins Minus gedrückt. Die Zentralbanken in Japan und Australien sahen sich gezwungen, den Geldmarkt mit zusätzlichen Milliarden zu versorgen.

HB TOKIO. Die Interventionen schienen die Nervösität der Anleger aber noch zu verstärken. Sie trennten sich vor allem von Finanzwerten. Als sicher geltende Staatsanleihen dagegen waren gefragt.

In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,4 Prozent niedriger bei 16 764 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor rund drei Prozent auf 1 634 Zähler. Auch die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan, Singapur und Shanghai verbuchten Verluste. Die Börse in Hongkong kündigte an, wegen einer erwarteten Taifun-Warnung möglicherweise früher zu schließen.

Nach den ersten Verlusten am Vormittag pumpte die japanische Notenbank eine Billion Yen (umgerechnet 6,18 Milliarden Euro) in den Geldkreislauf. „Der Schritt war eine Reaktion auf die Bedingungen am Markt“, sagte ein Mitarbeiter der Bank. Auch die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank hatten zuvor ähnliche Schritte eingeleitet.

„Zentralbanken sollten die Kreditlinien nicht anziehen, wenn die Märkte völlig verwirrt sind. Und wir haben jetzt eine völlige Verwirrung“, sagte Analyst John Richards von RBS Securities.

Zu den größten Verlierern gehörten Banken, auf die sich die Kreditprobleme unmittelbar auswirken. Mizuho Financial gaben um 1,7 Prozent nach. Der Kurs der Shinsei Bank fiel sogar um 9,9 Prozent.

Dazu kamen Kursverluste bei Exporttiteln, die in den vergangenen Tagen besonders stark zugelegt hatten. Die Aktie des Elektronikkonzerns Sony verbilligte sich um 3,7 Prozent.

Die Investoren flüchteten sich in Rentenpapiere. Die Rendite der zehnjährigen japanischen Regierungsanleihen sank folglich auf den tiefsten Stand seit zweieinhalb Monaten.

Der Euro bewegte sich zum Dollar in engen Handelsspannen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3663 Dollar und damit auf dem Niveau des späten US-Handels vom Donnerstag. Zum Yen gab der Dollar 0,1 Prozent nach auf 118,06 Yen.

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