Marktbericht
Bankensorgen belasten US-Börsen

Neue Sorgen um die Finanzbranche haben die US-Börsen am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Es gebe Befürchtungen am Markt, dass der Rettungsplan der Regierung die Verstaatlichung einer Bank vorsehen könnte, sagten Händler.

HB NEW YORK. Neue Sorgen um die Finanzbranche haben die US-Börsen am Freitag ins Minus gedrückt. Ängste vor einer Verstaatlichung von Großbanken drückten den Dow-Jones-Index auf den tiefsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Vor allem die Titel von Citigroup und Bank of America brachen zeitweise dramatisch ein. Erst ein ausdrückliches Bekenntnis des US-Präsidialamtes zum privaten Bankensystem begrenzte die Verluste von Branchentiteln und Indizes.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,3 Prozent schwächer bei 7365 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 7249 und 7469 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 1,1 Prozent auf 770 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 1441 Punkte nach. Im Wochenverlauf verlor der Dow 6,2 Prozent, der S&P 6,9 Prozent und der Nasdaq 6,1 Prozent.

Anhaltendes Misstrauen gegenüber der krisengeschüttelten Finanzbranche drückte auch den deutschen Aktienmarkt tief in die roten Zahlen. Der Dax schloss 4,8 Prozent tiefer bei 4014 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober.

„Lassen Sie mich so gut wie ich nur kann versichern: Diese Regierung ist weiterhin fest davon überzeugt, dass ein privates Bankensystem der richtige Weg ist“, sagte der Sprecher von Präsident Barack Obama, Robert Gibbs. „Das ist unsere Überzeugung seit einiger Zeit und wir bleiben dabei.“ Zuvor hatten unter anderem Äußerungen eines hochrangigen Senators die Titel von Citigroup und Bank of America am Nachmittag vorübergehend über 30 Prozent einbrechen lassen. Die Verstaatlichung einiger Banken könne nötig sein, „zumindest für eine kurze Zeit“, sagte der Vorsitzende des Bankenausschusses des Senats, Christopher Dodd, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Aktien von Branchenprimus Bank of America schlossen schließlich 3,6 Prozent tiefer, die der Citigroup immer noch 22 Prozent im Minus.

Investoren flüchteten auch aus anderen Schlüsselsektoren wie etwa der Energiebranche. Die Aktien von Chevron gaben angesichts fallender Ölpreise 2,4 Prozent nach. Die Titel des Mischkonzerns General Electric sackten um 6,8 Prozent ab. Zu den Verlieren gehörte auch die zweitgrößte US-Baumarktkette Lowe's, die im vierten Quartal einen Gewinneinbruch von 60 Prozent erlitt. Lowe's-Papiere verloren 6,7 Prozent.

Zu den Gewinnern gehörten dagegen Telekomtitel, denen eine Händler-Hochstufung von AT&T und Verizon Auftrieb gab. Anleger retteten sich zudem in die vergleichsweise sicheren US-Staatsanleihen und das Edelmetall Gold, das zeitweise mehr als 1000 Dollar je Feinunze kostete.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 2,12 Mrd. Aktien den Besitzer. 766 Werte legten zu, 2341 gaben nach und 70 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,56 Mrd. Aktien 788 im Plus, 1924 im Minus und 139 unverändert. An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 18/32 auf 99-21/32. Sie rentierten mit 2,788 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 55/32 auf 98-220/32 und hatten eine Rendite von 3,572 Prozent.

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