Marktbericht: Börse Frankfurt
Bankenkrise drückt Dax ins Minus

Die anhaltende Unsicherheit angesichts der Bankenkrise hat dem deutschen Leitindex zugesetzt. Der Kurssturz der Aktien der beiden US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae zerrte auch an den Nerven der Börsianer in Frankfurt. Positive Nachrichten konnten die Anleger nur kurzfristig ablenken.

HB FRANKFURT. Fed-Chef Ben Bernanke, die US-Regierung und der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain bemühten sich, die Märkte zu beruhigen, nachdem der ehemaligen Fed-Gouverneurs William Poole die US-Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae als faktisch zahlungsunfähig bezeichnet hatte. Freddy Mac wies solche Spekulationen zurück.

Der Dax verlor 1,3 Prozent auf 6 305 Punkte. Der Europa-Index Stoxx50 rutschte um 1,8 Prozent, der Londoner „Footsie“-Index sogar um 2,2 Prozent, der Pariser CAC40 um 2,5 Prozent ins Minus. Dabei folgten die Indizes den Börsen in New York, die bei hektischem Geschäft mal höher, mal niedriger notierten. „Das kostet Nerven“, sagte ein Händler. „Eigentlich weiß überhaupt niemand, was er machen soll.“

Selbst relativ gute Nachrichten verbesserten die Stimmung kaum. Die Anhebung seiner Gewinnprognose half selbst dem weltgrößten Einzelhandelskonzern Wal-Mart kaum, dessen Aktien bis Handelsschluss in Europa um 1,8 Prozent fielen. Die milliardenschwere Übernahme des US-Spezialchemieunternehmen Rohm & Haas durch den Chemieriese Dow Chemical verhalf nur vorübergehend einigen Aktien der Branche spürbar nach oben. Bis Handelsschluss verpufften die Gewinne wieder.

„Die Angst überwiegt“, sagte ein Händler. In New York kursierten Gerüchte, wonach der Vermögensverwalter Pimco seine Geschäfte mit Lehman einschränkt. Lehman-Aktien stürzten um bis zu 18 Prozent ab, erholten sich aber wieder, nachdem Pimco erklärte, weiter mit Lehman im Geschäft zu sein. Zum Handelsschluss in Europa notierten Lehman noch zehn Prozent schwächer. Die Kurse von Freddie Mac und Fannie Mae stürzten zeitweise um 20 bis 30 Prozent ab.

In Frankfurt fielen die Kurse der Deutschen Bank um 2,5 Prozent, der Postbank um drei Prozent und des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate um 1,9 Prozent. Lediglich die Titel der Commerzbank retteten sich mit einem Prozent ins Plus. Händler führten dies auf Spekulationen rund um die Allianz-Tochter Dresdner Bank zurück. Im Stoxx50 zählten Lloyds mit minus vier Prozent und Barclays mit minus drei Prozent zu den größten Verlierern.

Auch die Einzelhandelswerte bekamen keinen Fuß auf den Boden. Zu sehr lastete der Umsatzrückgang des französischen Einzelhändlers Carrefour - der Nummer zwei der Branche - auf den Werten. Carrefour brachen um 8,6 Prozent ein. Im Dax rutschten die Metro-Aktien 3,4 Prozent ins Minus. Negative Analystenkommentare zu den Konsumwerten gossen Öl ins Feuer derjenigen, die nach den enttäuschenden Carrefour-Zahlen für Europa mit einer Konsumflaute rechnen. In Frankfurt waren Henkel mit minus 4,3 Prozent das Schlusslicht im Dax. Doch anderen ging es nicht besser. Nestle verloren 4,4 Prozent, L'Oreal 3,9 Prozent, Danone rund sechs Prozent, Lindt & Sprüngli ebenfalls sechs Prozent, Cadbury sogar 7,5 Prozent und Unilever 4,8 Prozent.

Nur wenige Werte stemmten sich gegen den Trend. Dialysespezialist FMC legten 5,4 Prozent zu und standen damit an der Dax-Spitze. Händler verwiesen auf eine Studie der Citigroup, die ihre Kaufempfehlung bestätigt hatte und höhere Gewinnschätzungen für FMC erwartete. Im MDax löste ein Zeitungsbericht Spekulationen auf eine Übernahme der Norddeutschen Affinerie (NA) durch Salzgitter aus. Die Titel stiegen um 7,7 Prozent.

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