Marktbericht: Börse Frankfurt
China sei Dank – Dax legt um fünf Prozent zu

Nach drei Verlusttagen haben heute gute Nachrichten aus Asien den Dax kräftig angetrieben. Die Hoffnung auf ein Anziehen der chinesischen Wirtschaft und ein Anstieg der Ölpreise verlieh auch der Wall Street auftrieb. Besonders gefragt waren die Aktien von Autobauern und Stahlherstellern.

HB FRANKFURT. Der Dax ist am Mittwoch nach drei Verlusttagen in Folge mit deutlichen Gewinnen aus dem Handel gegangen. Als Antrieb verwiesen die Börsianer auf Hoffnungen, wonach die chinesische Regierung ihr Konjunkturprogramm ausweiten könnte. Der Leitindex verbuchte am Ende ein sattes Plus von 200,22 Punkten oder 5,42 Prozent auf 3 890,94 Zähler, nachdem er am Dienstag noch so tief wie seit Oktober 2003 nicht mehr geschlossen hatte.

Für den MDax mittelgroßer Werte ging es um 4,57 Prozent auf 4557,12 Zähler nach oben. Der Auswahlindex für Technologiewerte TecDax stieg um 4,69 Prozent auf 439,67 Punkte.

Noch kein Grund zur Euphorie

"China sei Dank. Das dortige Konjunkturpaket treibt die Kurse an. Es wird heute die Karte "Erholung der Weltwirtschaft' gespielt", sagte Aktienhändler Matthias Melms von der NordLB. Börsianer sprachen zudem von einer überfälligen technischen Reaktion, nachdem der Dax an den vergangenen beiden Handelstagen rund vier Prozent eingebüßt hatte. Gefragt waren vor allem Industrie-, Auto- und Finanzwerte.

„Die Nachrichten aus China sind heute sozusagen das Sahnehäubchen für die Märkte“, sagte Matthias Jasper, Leiter Aktien bei der WGZ Bank. Insgesamt seien die Vorgaben aus Asien positiv vom Markt aufgenommen worden. Regierungschef Wen Jiabao hatte gesagt, dass seine Regierung entschlossen sei, „wenn nötig weitere energische Maßnahmen zu ergreifen“.China plant demzufolge, sein umgerechnet knapp 470 Mrd. Euro schweres Konjunkturpaket auszuweiten. Außerdem erhielten die dortigen Firmen zum ersten Mal seit vier Monaten wieder mehr Aufträge und bauten ihre Produktion aus. Die Börse in Schanghai schloss mit einem Plus von über sechs Prozent.

„Dies ist zwar kein Grund zur Euphorie. Allerdings geben die neuesten Zahlen der Hoffnung neue Nahrung, dass die von der Regierung ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu wirken beginnen und sich die wirtschaftliche Lage allmählich stabilisiert.“, erklärte Allianz-Volkswirt Gregor Eder.

Von der Hoffnung auf zusätzliche Aufträge aus China profitierten insbesondere Stahlwerte. Die deutsche Stahlindustrie setzt zudem auf eine moderate Erholung im zweiten Halbjahr. An der Dax-Spitze standen die Aktien von Salzgitter mit einem Aufschlag von elf Prozent, ThyssenKrupp-Titel gewannen zehn Prozent. Im SDax gewannen die Titel des Stahlzulieferers SKW Stahl-Metallurgie nach einem Rekordgewinn 16 Prozent.

Dagegen stürzten die im MDax notierten Papiere des Stahlhändlers Klöckner & Co nach der Streichung der Dividende und der Ankündigung von Stellenabbau um 14 Prozent ab.

Die Nachrichten aus China zogen auch die Preise für Öl und Industriemetalle wie Kupfer nach oben, was wiederum Bergbau-Aktien anschob. In London schossen die Titel von Antofagasta 20 Prozent nach oben, Rio Tinto verteuerten sich um 14 Prozent. Gefragt waren auch Ölaktien. Shell gewannen in London 6,4 Prozent. An der Wall Street stiegen Exxon Mobil um 2,8 Prozent. Gegen den positiven Markttrend in New York rutschten die Aktien von General Electric gut zehn Prozent ab. Händler verwiesen auf Sorgen über die Finanzsparte des Mischkonzerns.

Autowerte trotzen schwachen US-Absatzzahlen

Gefragt bei Anlegern waren trotz eines US-Absatzeinbruchs im Februar die Aktien von Autoherstellern, der europäische Branchenindex legte acht Prozent zu. Börsianer mutmaßten, dass einige Investoren noch Schlimmeres erwartet hatten. Analysten hoben hervor, dass die amerikanischen Konkurrenten noch heftigere Einbußen verzeichneten. „Die Papiere sind unterbewertet und eigentlich kann man die auf dem aktuellen Niveau ganz gut haben“, sagte ein Händler. Daimler- und BMW-Aktien legten je fast zehn Prozent, VW 7,4 Prozent zu. In Paris verteuerten sich Renault und Peugeot um sieben beziehungsweise gut fünf Prozent.

Mit einem Kurssprung von 18,7 Prozent führten die Symrise-Aktien die MDax-Gewinnerliste an. Die Analysten von LBBW und Merck Finck beschrieben die Bilanz des Duft- und Aromaherstellers als solide. An der TecDax-Spitze standen nach dem Erreichen der Geschäftsziele die Papiere des Windkraftanlagenbauers Nordex mit einem Plus von 18 Prozent.

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