Marktbericht: Börse Frankfurt
China sei Dank – Dax schließt im Plus

Der deutsche Aktienmarkt legt zum Wochenauftakt zu. Gute Nachrichten kommen aus China, wo die Regierung mit einem milliardenschweren Konjunkturpaket die Wirtschaft aufpeppeln will. Besonders kräftig gewinnen Stahlaktien. Aber auch die Zahlen der Deutschen Post kommen bei Anlegern gut an.

HB FRANKFURT. Chinas Konjunkturprogramm hat dem deutschen Aktienmarkt zu Wochenbeginn auf die Sprünge geholfen. Getrieben von Industrie- und Chemiewerten stieg der Dax zeitweise um mehr als drei Prozent und ging 1,8 Prozent höher bei 5 025,53 Punkten aus dem Handel.

Die chinesische Regierung will wegen der Finanzkrise bis 2010 die heimische Wirtschaft mit umgerechnet rund 460 Mrd. Euro stützen und vor allem in Infrastruktur- und Sozialprojekte investieren. "Es wäre verfrüht, von Konjunkturzuversicht zu sprechen, aber da die Stimmung vorher so schlecht war, dass man schon fast eine Depression erwartet hat, wirkt so eine Nachricht natürlich erst einmal sehr positiv", sagte Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba.

Der Umsatz auf Xetra belief sich auf 121 (Freitag: 145) Mio. Dax-Aktien im Volumen von 3,4 (4,0) Mrd. Euro.

Europaweit sehr begehrt waren Stahlwerte: Thyssen-Krupp stiegen um mehr als sechs Prozent und gehörten damit zu den großen Gewinnern im Leitindex. Salzgitter war mit einem Plus von 8,74 Prozent hinter den Premiere-Aktien zweitgrößter Gewinner im Nebenwerteindex MDax. In Paris verteuerten sich die Titel des weltgrößten Stahl-Produzenten Arcelor-Mittal zeitweise um mehr als 20 Prozent. "Die Chinesen können durch das Konjunkturprogramm mehr zu Hause absetzen und werden nicht mehr so viel Stahl nach Europa exportieren", erläuterte ein Börsianer.

Aktien der Deutsche Post bauten nach der Vorlage der Quartalszahlen ihr Plus auf 6,89 Prozent aus. Der Logistikkonzern meldete über den Erwartungen liegende Umsatzzahlen und kündigte zudem an, aus dem inneramerikanischen Markt auszusteigen. Die Zahlen fielen einem Händler zufolge "wie erwartet" aus. Der Markt reagiere erleichtert, dass "keine Bombe geplatzt" sei.

Auf die Zwischenbilanz der Allianz reagierten Anleger mit Verkaufsaufträgen. Belastend wirkte Börsianern zufolge vor allem der mit 834 Mio. Euro unerwartet hohe operative Quartalsverlust der Tochter Dresdner Bank. "Bilanzierungsregeln als Retter in der Not", kommentierte Analyst Robert Mazzuoli von der LBBW. Ohne Anwendung der jüngst gelockerten Regeln wäre bei der Dresdner ein Milliardenverlust aufgelaufen. Die Titel des Mutterkonzerns Allianz verloren 0,53 Prozent.

Die Stimmung an den US-Börsen drückte ein Kurssturz von General Motors von mehr als 20 Prozent, nachdem sich Analysten pessimistisch zu den Aussichten des angeschlagenen US-Autobauers geäußert hatten. Die wichtigen Indizes grenzten ihre anfänglichen Gewinne deutlich ein. Bei Handelschluss in Europa lag der Dow-Jones-Index noch 0,8 Prozent im Plus. Der Technologie-Index Nasdaq-Composite lag nahezu unverändert. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl lag ein Prozent im Plus bei 61,60 Dollar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%