Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax: „Alle sind auf der Hut“

Zu Beginn einer terminreichen Woche ist die Stimmung am Aktienmarkt trüb geblieben. Anleger haben sich am Montag mit Käufen am deutschen Aktienmarkt zurückgehalten. Für Wirbel sorgten Medienberichte, nach denen sich ein Hedge-Fonds bei Daimler eingekauft haben soll.

HB FRANKFURT. Die Stimmung am Aktienmarkt bleibt trüb. "Es fehlt an Schwung, es fehlt an Volumen", sagte Helaba-Marktanalyst Christian Schmidt am Montag. Vor den Sitzungen der US-Notenbank am Dienstag und der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag wolle sich niemand zu weit aus dem Fenster lehnen, erläuterte ein Händler. Der Dax verlor 0,7 Prozent auf 6 349 Punkte.

"Aufhellen könnte sich die Stimmung unter anderem, wenn von den Unternehmen optimistische Ausblicke kommen, aber davon kann man nicht ausgehen", sagte Schmidt. Nach jüngsten Aussagen des Ifo-Instituts sind die Erwartungen deutscher Unternehmen für den Winter "grottenschlecht." "Und Gewinnwarnungen wie jüngst bei Münchener Rück und BMW sind ein Stoß ins Herz der Börsianer und wiegen schwerer als positive Nachrichten", ergänzte Schmidt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei der Ölpreis. Am Montag lag der Preis für ein Fass US-Leichtöl zum Europa-Börsenschluss 3,4 Prozent niedriger bei 120,85 Dollar, nachdem er zuvor bis auf 126 Dollar gestiegen war.

Zu den wenigen gefragten Titeln im Dax zählte die Daimler-Aktie, die gegen den Trend um 0,9 Prozent zulegten. Einem Magazinbericht zufolge soll sich ein Hedgefonds in größerem Stil einkaufen. Händler verwiesen darauf, dass nach den jüngsten Kursverlusten die Aktie im Vergleich zu VW und BMW günstig zu haben. Deswegen fruchteten "Spielereien" um mögliche Investoren, obwohl Daimler eigenen Angaben zufolge keine Hinweise auf einen Positionsaufbau hat.

Ganz oben auf der Verliererliste standen die Aktien der Deutschen Börse mit minus fünf Prozent. "Die Umsatzzahlen für Juli haben gezeigt, dass die neuen Handelsplattformen der Börse Kopfschmerzen bereiten könnten", sagte ein Händler. Die Aktien des Frankfurter Börsenbetreibers hatten vorige Woche bereits 6,6 Prozent verloren.

Europaweit waren Papiere aus dem Finanzsektor nach Zahlen von HSBC und Fortis auf den Verkaufslisten. "Es wird immer klarer, dass wir die Effekte der Finanzkrise nicht nur in den nächsten Monaten, sondern noch mehrere weitere Quartale zu spüren bekommen", urteilten die Analysten der Unicredit. HSBC-Aktien verloren 1,4 Prozent - Europas größte Bank gab einen Gewinneinbruch und hohe Abschreibungen zum Halbjahr bekannt. Auch bei Fortis ging der Gewinn um die Hälfte zurück, die Aktien verloren 3,2 Prozent. Der europäische Bankenindex sank um 1,6 Prozent.

Auch an der Wall Street war die Stimmung im Finanzsektor zunächst trüb, der Dow-Jones-Index lag 0,2 Prozent und der Technologie-Index Nasdaq 0,7 Prozent im Minus. Auch von der Konjunkturfront gab es keine Unterstützung. So stiegen die privaten Einkommen in den USA im Juni so wenig wie seit über einem Jahr nicht mehr. Zugleich kletterte der sogenannte PCE-Kernindex für persönliche Konsum-Ausgaben ohne Energie und Nahrungsmittel auf den höchsten Stand seit langem. Dies könnte nach Experten-Ansicht den Zentralbankern der US-Notenbank Fed Sorge bereiten. Ein kleiner Lichtblick war allerdings die deutlich verbesserte Auftragslage der US-Industrie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%