Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax am Hexensabbat im Minus – Autobranche im Blick

Am großen Verfallstag an den Terminbörsen haben die Kurse am deutschen Aktienmarkt nachgegeben. Gesprächsthema Nummer eins blieb die Zukunft der Autobranche. "Die Hilfe für die US-Autobauer ist kein Anlass, in Euphorie auszubrechen", warnte ein Händler.

HB FRANKFURT. Der Dax fiel am Freitag um 1,3 Prozent auf 4 696 Punkte. Im Wochenvergleich hat er aber ein leichtes Plus von 0,7 Prozent eingefahren. Gesprächsthema Nummer eins blieb die Zukunft der Autobranche. Zum einen belastete Händlern zufolge die Sorge, dass nun auch der Branchenprimus Toyota in den Strudel der Krise geraten könnte. Zum anderen stützte aber die Ankündigung der US-Regierung, den strauchelnden US-Autoriesen zu helfen.

An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index ein Prozent im Plus, der Nasdaq-Composite lag 1,7 Prozent höher.

Tagesthema waren laut Händlern auch die Continental-Aktien , die nach freundlichem Start am Dax-Ende um 8,00 Prozent auf 37,16 Euro fielen. In der Schlussauktion gingen mehr als 2,4 Millionen Conti-Titel um. Am heutigen Handelstag läuft für die EU-Kommission die erste Überprüfungsfrist der Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe aus. Börsianern zufolge "liegen die Nerven zum Fristende einfach bei allen blank", zumal bis zum Nachmittag noch nichts Neues aus Brüssel kam.

Die Conti-Papiere haben zudem an diesem Freitag gemeinsam mit den Titeln des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) ihren letzten Handelstag im Leitindex. HRE-Aktien stiegen um 6,76 Prozent auf 3,00 Euro.

Titel von K+S standen ganz im Zeichen der Konkurrenz und verbilligten sich um 5,93 Prozent auf 37,62 Euro. Der weltweit größte Kaliproduzent Potash Corp of Saskatchewan hatte seinen Gewinnausblick für das Gesamtjahr wegen der schwachen Wirtschaftslage zurückgeschraubt.

Die Aktien der deutschen Autobauer Daimler, BMW, Volkswagen (VW) und Porsche rückten mit uneinheitlich aufgenommenen Branchennachrichten in den Fokus. So hat US-Präsident George W. Bush Kredite von mehr als 17 Milliarden Dollar für die notleidende Autobranche in den USA angekündigt. Wegen der Beteiligung von Daimler an Chrysler hat diese Meldung Händlern zufolge vor allem die Titel des Stuttgarter Autobauers gestützt, die um 1,38 Prozent auf 26,05 Euro zulegten. Andererseits wird der größte japanische Autokonzern Toyota Medienberichten zufolge wahrscheinlich im laufenden Geschäftsjahr erstmals einen operativen Verlust einfahren. BMW fielen um 1,31 Prozent auf 21,91 Euro, und Volkswagen verloren gar 7,83 Prozent auf 285,93 Euro.

Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 290 (Vortag 132) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 7,6 (3,4) Mrd. Euro. Beim letzten großen Verfall im September war der Umsatz mit 492 Mio. Aktien zu 20 Mrd. Euro allerdings deutlich höher gewesen.

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