Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax auf Messers Schneide

Der Dax schließt hauchdünn im Plus. Doch die Situation ist heikel. Viele Investoren fürchten inzwischen das Ende des Aufwärtstrends. Experten meinen, der Kampf zwischen Bulle und Bär gehe gerade in die entscheidenden Phase. Würde der Dax noch einmal unter die 4 800-Punkte-Marke rutschen, dann sei der Weg nach unten frei.

HB FRANKFURT. Nach den deutlichen Kursverlusten zu Wochenbeginn hat der Dax am Dienstag kaum verändert geschlossen. Dank überwiegend positiv aufgenommener Konjunkturdaten verbuchte der Leitindex zum Handelsschluss ein hauchdünnes Plus von 0,02 Prozent auf 4 890 Zähler. Die anderen wichtigen Indizes fingen sich ebenfalls leicht, verpassten aber den Sprung in das positive Terrain deutlich. So ging es für den MDax der mittelgroßen Werte am Ende um 0,7 Prozent auf 5 758 Zähler nach unten. Zwischenzeitlich war er um bis zu 1,4 Prozent abgerutscht. Der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,9 Prozent auf 626 Punkte nach.

Das Handelsvolumen im Dax betrug 86,7 (Vortag 93) Millionen Aktien. Der Umsatz lag bei 2,28 (2,6) Milliarden Euro.

"Wir brauchen jetzt harte realwirtschaftliche Fakten, um den Markt weiter anzutreiben", sagte Marktstratege Hans-Jürgen Delp von der Commerzbank. Viele Investoren fürchten das Ende des Aufwärtstrends ­ auch wenn die überraschend stark gestiegenen ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag für eine leichte Stimmungsaufhellung gesorgt haben. Bereits zum Frühjahrsanfang hatten positive Frühindikatoren Börsianer euphorisch gestimmt und auf eine baldige Erholung hoffen lassen. Davon beflügelt hatte der Dax seit Anfang März rund 40 Prozent zugelegt. Hans-Jürgen Delp allerdings glaubt, dass mit den Verlusten von Montag der Optimismus des Marktes ins Wanken geraten sei, zumal auch keine Stabilisierung über der Marke von 5 000 Punkten gelungen war. Die ZEW-Daten zeigten dem Experten zufolge trotz der Aufhellung weiter eine sehr negative Lage bei extrem positiver Erwartungshaltung.

"Die Kuh ist noch nicht vom Eis", konstatiert Robert Halver von der Baader Bank die Situation. "Der Markt hatte eine schöne Vision, doch diese Vision müsste auch mit Leben gefüllt werden. Das heißt, die Industrieproduktion muss besser werden, Kredite müssen auch wirklich wieder leichter verfügbar sein." Nach Meinung des Experten bleiben die Märkte unstet, erst Ende des Jahres erwartet er eine wirkliche Verbesserung der Lage. Bis dahin würden "Arbeitslosigkeit und Insolvenzen nochmals zunehmen und Rückschläge am Aktienmarkt sind durchaus möglich".

Auch Dirk Müller, Händler bei MWB Fairtrade sieht "den Kampf zwischen Bulle und Bär gerade in der entscheidenden Phase". Momentan setzt er zu 60 Prozent auf einen Bärenmarkt. "Sollte dann die 4 800 Punkte-Marke durchbrochen werden, ist der Weg nach unten frei." Bulle und Bär symbolisieren das Auf und Ab an der Börse: So steht der Bulle für steigende Kurse, der Bär steht für fallende Kurse.

Seite 1:

Dax auf Messers Schneide

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%