Marktbericht Börse Frankfurt
Dax: „Aus technischer Sicht überverkauft“

Nach fünf schwachen Tagen in Folge endlich wieder Gewinne: Der Dax schließt im Plus. Einerseits herrscht Erleichterung über den relativ guten Start in die Quartalssaison, andererseits deutet sich eine Entspannung auf dem US-Arbeitsmarkt an. Hinzu kommt, dass JP Morgan ausgerechnet den deutschen Aktienmarkt für besonders lohnend hält.

HB FRANKFURT. Zum Auftakt der US-Bilanzsaison haben die europäischen Aktienmärkte am Donnerstag zugelegt. Der Dax stieg um 1,3 Prozent auf 4 630 Punkte. Der Aluminiumkonzern Alcoa hatte einen geringeren Verlust als erwartet ausgewiesen, was in Europa mit Erleichterung aufgenommen worden war. In New York setzte aber schnell wieder Ernüchterung ein, so dass die Kurse in Europa im Schlussgeschäft unter ihre Tageshochs fielen. Auch die Alcoa-Aktien konnten ihre Anfangsgewinne in New York nicht behaupten, sondern rutschten rasch wieder auf das Vortagesniveau ab.

Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 83 (Vortag 90) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich auf 2,1 (2,2) Mrd. Euro. An den US-Börsen notierte zum Handelsschluss in Europa der Dow-Jones-Index 0,2 Prozent im Minus bei 8 156 Punkten, und der S&P500 notierte mit 879 Zählern nahezu unverändert. Der Nasdaq-Composite lag mit 1749 Punkten 0,15 Prozent höher.

"Die am Vorabend von dem Aluminiumkonzern Alcoa vorgelegten Quartalszahlen sind ganz gut angekommen", resümierte Marktanalyst Marco Günther von der Hamburger Sparkasse. Diese hätten die Notierungen am deutschen Aktienmarkt wieder etwas stabilisiert. Aus technischer Sicht sei der Markt überverkauft gewesen, führte der Experte ein weiteres Argument für den Umschwung im Dax ins Felde.

Deutsche Aktien dürften generell einen Schub erhalten durch eine Studie von JP Morgan. Die Bank bevorzugt laut einer aktuellen Studie Papiere aus der Eurozone im Vergleich zu Titeln aus Großbritannien und den USA. Zuletzt wären deutsche Aktien dem Rest Europas zwar hinterhergehinkt. "Wir denken, dass das Chancen eröffnet", hieß es. Der deutsche Aktienmarkt dürfte sich gut entwickeln - getrieben vor allem vom Kapitalgütersektor, der Auto-, Stahl- und Chemiebranche. Den Chemiesektor stuften die Analysten von JP Morgan herauf auf "Overweight" von "Neutral". Die Branche dürften von einer weltweiten Konjunkturerholung profitieren, begründeten sie den Schritt.

Gesprächsthema waren außerdem Arbeitsmarktdaten aus den USA. In der Woche zum 4. Juli hatten in den USA 565 000 (Vorwoche: 617 000) Menschen außerhalb der Landwirtschaft erstmals Arbeitslosenhilfe beantragt. Analysten hatten mit 605 000 Anträgen gerechnet. Es sei wichtig, dass die Zahl unter die psychologisch wichtige Marke von 600 000 gefallen sei, sagte Boris Schlossberg, Direktor bei FX Research, GFT. Es sei aber schlecht, dass in der Woche zum 27. Juni die Zahl der fortlaufenden Anträge ein Allzeithoch von 6,883 Mio. erreicht habe.

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