Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax beendet Gewinnserie

Auch die positiven Daten zur US-Konjunktur bringen den Dax nicht recht in Schwung. Ebenso wenig die besser ausgefallenen Daten zum Ifo-Geschäftsklima. Der Dax verharrt im Minus. Finanzwerte sind nach einem Interview mit Finanzminister Peer Steinbrück gefragt - und Technologiewerte.

HB FRANKFURT. Trotz eines sich weiter aufhellenden Geschäftsklimas haben die Anleger an den Aktienbörsen am Mittwoch Kasse gemacht. Nach vier Handelstagen mit Kursgewinnen beendete der Dax den Xetra-Handel 0,6 Prozent tiefer bei 5 525 Punkten. Der Aktienumsatz aller Dax-Werte fiel auf 71,1 (Dienstag: 84,3) Millionen Stück. Das Umsatzvolumen verringerte sich auf 2,19 (2,58) Milliarden Euro. Der MDax fiel am Mittwoch um 1,1 Prozent auf 6 803 Stellen. Der TecDax gab 0,3 Prozent auf 703 Zähler nach, der SDax büßte 0,4 Prozent auf 3 344 Punkte ein.

"Die Luft war nach den jüngsten Kursgewinnen etwas raus", sagte Postbank-Händler Thomas Stengl. Seit Mitte vergangener Woche legte der Dax dennoch knapp 300 Punkte oder fast sechs Prozent zu und hatte am Dienstag den höchsten Stand seit Oktober 2008 erklommen. Ein anderer Händler verwies darauf, dass die US-Auftragseingängen für langlebige Güter nur auf den ersten Blick überzeugten. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Transportgüter hätten die Auftragseingänge aber geringfügig geringer zugelegt als erwartet. Über diese aussagekräftigere sogenannte Kernrate sei der Markt offensichtlich "etwas verschnupft".

Auch der Anstieg bei der Zahl der verkauften Häuser konnte die Marktteilnehmer nicht überzeugen. Bereits am Vormittag hatte der Markt negativ auf das unerwartet gut ausgefallene ifo-Geschäftsklima in Deutschland reagiert, was Marktstratege Berndt Fernow von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) auf noch höhere Erwartungen an der Börse und Gewinnmitnahmen zurückgeführt hatte.

Finanz- und Bankentitel profitierten laut Händlern von Aussagen des Finanzministers Peer Steinbrück im "Handelsblatt". Er will den Kreditkreislauf ankurbeln, ohne die Banken dabei zu einer stärkeren Kreditvergabe zu verpflichten. Vor allem die teilverstaatlichte Commerzbank , die zudem stark im inländischen Kreditgeschäft engagiert ist, konnte davon profitieren. Die Aktie, die im laufenden Jahr zu einem der stärksten Verlierer im Dax gehört, legte um 3,16 Prozent auf 6,21 Euro zu. Im MDax stiegen Postbank-Titel um 2,07 Prozent auf 24,60 Euro. Ebenfalls nach oben ging es für die Titel der Allianz, die 3,18 Prozent auf 81,97 Euro kletterten.

Eine positive Studie schob Deutsche Post um 1,07 Prozent auf 11,775 Euro nach oben. JPMorgan hob das Kursziel von 12,30 auf 13,70 Euro und blieb beim Votum "Overweight". Die Post werde nach Einschätzung der Experten stark von einer möglichen Erholung der Weltwirtschaft profitieren.

Papiere des Herstellers von Getränkeabfüllanlagen Krones konnten nur zu Handelsbeginn von Aussagen des Finanzchefs Hans-Jürgen Thaus in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) profitieren. Bis zum Handelsende gaben die Aktien 1,10 Prozent auf 33,35 Euro ab. Thaus sagte der "FAZ": "In Summe betrachtet hat sich der Rückgang verlangsamt." Die Talsohle sei erreicht und die Entwicklung positiv, wenn auch auf niedrigem Niveau. Nach Einschätzung eines Händlers steht Krones weiter die Möglichkeit offen, eigene Aktien zurückzukaufen. Allerdings sei es unwahrscheinlich, dass das Unternehmen bei Kursen über 30 Euro zugreifen werde.

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