Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax beendet Handelswoche im roten Bereich

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag mit einer sehr schwachen Tendenz geschlossen. Dabei hat sich der Dax gegen Handelsende von seinem Tagestief entfernt und von der etwas besser als erwartet ausgefallenen US-Verbraucher-Stimmung sowie der sich vom Anfangstief lösenden Wall Street profitiert.

HB FRANKFURT. Belastet von anhaltender Unsicherheit über das geplante US-Rettungspaket hat sich der deutsche Aktienmarkt mit Verlusten aus der Woche verabschiedet. Der Dax schloss am Freitag mit minus 1,77 Prozent auf 6 063,50 Zähler - im Wochenvergleich verlor der Leitindex rund zwei Prozent. Der MDax büßte zum Ausklang 2,19 Prozent auf 7 284,23 Zähler ein und für den TecDax ging es um 3,37 Prozent auf 725,22 Punkte nach unten.

Die mit Spannung erwartete Rede von US-Präsident George W. Bush zum Rettungspaket habe nicht die erhoffte Klarheit geschaffen, sagten Börsianer. "Er hat zwar gesagt, dass es ein Paket geben wird, Zeitpunkt und Ausgestaltung bleiben aber unklar. Das war es nicht, was der Markt hören wollte", so ein Händler.

Dass das US-Rettungspaket platzen könnte, ist für Analysten unterdessen kaum vorstellbar. "Ein Scheitern stellt eigentlich keine Option dar", sagte Aktienstratege Wolfgang Duwe von der Bremer Landesbank. Gerade vor der anstehenden Präsidentschaftswahl werde sich keine Seite den Vorwurf gefallen lassen wollen, das Finanzsystem auf dem Gewissen zu haben.

Die Aktien der deutschen Banken gerieten entsprechend unter Druck. Hinzu kam neben den Unsicherheiten zum US-Rettungspaket der Zusammenbruch der einst führenden US-Sparkasse Washington Mutual . Aktien der Commerzbank verloren 7,33 Prozent auf 14,410 Euro. Hypo-Real-Estate-Titel brachen um 9,77 Prozent auf 13,49 Euro ein, Deutsche Bank verloren 1,96 Prozent auf 54,900 Euro. Aktien der Postbank hielten sich mit minus 0,84 Prozent auf 35,39 Euro noch relativ stabil. Ein Analyst betonte, dass die direkten Auswirkungen des Rettungspaktes auf die großen deutschen Banken begrenzt seien. Der indirekte Effekt des Hilfspaketes auf den Finanzsektor sei bedeutender. "Vor allem die beruhigende Wirkung auf den Markt dürfte erheblich sein."

Für Titel von Infineon Technologies ging es um 5,31 Prozent auf 4,900 Euro runter. Die Titel des deutschen Halbleiterherstellers litten Börsianern zufolge unter dem enttäuschenden Ausblick des Blackberry-Herstellers Research In Motion (RIM) für das laufende dritte Quartal.

Auch Aktien der Post gehörten mit minus 2,73 Prozent auf 15,485 Euro zu den Verlierern. Hier belasteten Händlern zufolge anhaltende Sorgen, dass eine Lösung der Probleme im US-Geschäft nicht so bald gefunden werden kann. In den USA gibt es weiter Widerstand gegen die Partnerschaft von DHL Express mit United Parcel Service (UPS) .

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