Marktbericht Börse Frankfurt
Dax bricht kurz vor Schluss ein

Die Angst ist zurück: Im späten Handel gab der Dax seine vorübergehenden Gewinne ab und verlor innerhalb kurzer Zeit fast hundert Punkte. Für einen Schock hatte erneut die Hypo Real Estate gesorgt – die Aktie büßte mehr als 15 Prozent ein. Zudem kursierten Gerüchte über die drohende Insolvenz einer größeren Bank.

HB FRANKFURT. Der Dax weitete seine Verluste im späten Handel deutlich aus und schloss1,1 Prozent im Minus bei 6 444 Punkten. "Hier hält sich jeder zurück, erst recht nach den Aussagen der Hypo Real Estate", sagte ein Händler. Damit sei die Befürchtung, dass man in den kommenden Monaten noch mit allerlei bösen Überraschungen aus dem Bankensektor zu rechnen habe, nochmals verstärkt worden.

Die Immobilienbank Hypo Real Estate hatte ihre Geschäftsziele für dieses Jahr infrage gestellt. "Wie alle Finanzinstitute weltweit haben wir es mit extrem schwierigen Märkten zu tun", schrieb Vorstandschef Georg Funke in einem internen Brief an die Mitarbeiter des Münchner Konzerns. "Das Erreichen unserer angestrebten Ziele bleibt möglich, ist aber sicherlich schwieriger geworden und hängt zu einem großen Maße von der künftigen Entwicklung der Märkte ab." Die Aktie verlor zwischenzeitlich mehr als 15 Prozent auf 14 Euro.

„Hier sind die Stops nahezu rausgekegelt worden“, sagte ein Beobachter. „Vor dem Hintergrund der Situation bei Hypo Real Estate ist das mehr als ausreichend, den Dax auf Talfahrt zu schicken“, meinte ein anderer Händler. Zudem kursierten Gerüchte über die drohende Insolvenz einer größeren Bank.

Die US-Investmentbank Bear Stearns wies Marktgerüchte über einen Liquiditätsengpass zurück. Dies sei absolut lächerlich, sagte ein führender Manager des Konzerns am Montag dem TV-Sender CNBC. Zuvor hatte ein Börsenhändler erklärt, dass die Kosten zur Absicherungen der Schulden von Bear Stearns gestiegen seien. Die Bear-Stearns-Aktien hatten im Verlauf mehr als 13 Prozent im Minus gelegen. Im Anschluss an die Aussagen des Managers verringerte sich der Abschlag.

"Es herrscht weiter große Vorsicht, vor allem bei Finanzwerten. Das Misstrauen der Anleger ist nach wie vor da", sagte Aktienhändler Frank Albrecht von MM Warburg. Die nur leicht schwächer notierenden US-Börsen wurden Händlern zufolge vor allem von Spekulationen auf eine außerplanmäßige Zinssenkung der US -Notenbank (Fed) gestützt.

Gesprächsthema an der Börse waren Spekulationen auf eine Komplettübernahme von VW durch Porsche. Der Anstoß kam Börsianern zufolge von einem Magazinbericht, wonach Großaktionär Porsche seinen VW -Anteil an Europas auf 75 Prozent erhöhen könnte. Trotz eines Porsche -Dementis gewannen VW -Aktien 1,7 Prozent und waren damit größter Dax-Gewinner.

Auch bei Adidas waren Übernahmespekulationen der Kurstreiber: Händlern zufolge gab es erneute Gerüchte um ein Übernahmeinteresse vom US-Konkurrenten Nike. Die Adidas -Papiere stiegen um 1,5 Prozent. "Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass es für eine solche Übernahme eine kartellrechtliche Genehmigung geben würde", sagte ein Händler.

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