Marktbericht Börse Frankfurt
Dax-Erholung währt nur kurz

Der Internationale Währungsfonds überraschte die Anleger: Die Weltwirtschaft könnte schneller wachsen als zunächst prognostiziert, sagte der IWF. Prompt legte der Dax zu. Doch bis zum Handelsschluss reichte die Konditionen nicht. Im Gefolge der Wall Street rutschte auch der Dax wieder in die Verlustzone.

HB FRANKFURT. Wie schnell kommt die Weltwirtschaft in Fahrt? Um diese Frage dreht sich zurzeit alles an den Kapitalmärkten. Nachdem zuletzt wieder Pessimismus dominierte, lieferte der Internationale Währungsfonds heute eine zuversichtlichere Prognose. Den Deutschen Aktienindex (Dax) stützte das vorübergehend. In der Spitze rückte der Leitindex um 0,6 Prozent auf 4 630 Punkte vor. Doch die Freude der Anleger währte nur kurz. Weil die Kurse an der Wall Street im Handelsverlauf ihre frühen Gewinne schnell wieder abgaben, konnte sich auch der Dax nicht in der Gewinnzone handeln. Zum Handelsschluss stand ein Minus von 25 Punkten auf 4 572 Punkte zu Buche. Der TecDax rettete ein mini""males Plus auf 607 Punkte über der Zeit.

Auch die US-Börsen notierten bei Handelsschluss in Europa im Minus. Der Dow-Jones-Index lag mit 8 137 Punkten 0,3 Prozent tiefer. Der S&P500 gab 0,6 Prozent auf 875 Stellen nach. Der Nasdaq-Composite verlor 0,7 Prozent auf 1734 Punkte.

Der IWF erhöhte seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum in den Jahren 2009 und 2010 und das korrespondiere mit anderen guten Konjunkturdaten, was den Markt laut Händlern stützt. Damit blickt der Währungsfonds optimistischer als noch vor drei Monaten auf das kommende Jahr. Die Lage auf den Finanzmärkten habe sich schneller verbessert als erwartet, vor allem durch staatliche Hilfen. Damit erwarten die Ökonomen für das Jahr 2010 ein Wirtschaftswachstum von weltweit 2,5 Prozent. Im April hatte der IWF noch ein Wachstum der Weltwirtschaft von nur 1,9 Prozent vorhergesagt.

Für das laufende Jahr allerdings sind die Aussichten noch düster: 2009 erwartet der Währungsfonds ein Schrumpfen der Wirtschaft um 1,4 Prozent statt zuvor minus 1,3 Prozent. "Die globale Rezession ist noch nicht vorbei, und es ist immer noch zu erwarten, dass die Erholung nur langsam vorangeht", erklärte der IWF in seinem aktuellen Ausblick. In den USA, Europa und Japan sei ein stetiges Wachstum erst ab der zweiten Hälfte des Jahres 2010 zu erwarten. Dagegen dürften China und Indien schneller als bisher erwartet wachsen.

"Das Sommergewitter an den Börsen ist noch nicht abgezogen", resümierte Marktanalyst Mirko Pillep von der Helaba das aktuelle Marktgeschehen bei den Standardwerten. Der Abgabedruck halte an, und vor der Veröffentlichung der ersten Quartalszahlen aus den Vereinigten Staaten hielten sich die Anleger mit stärkeren Engagements zurück. Der Aluminiumriese Alcoa läutet an diesem Abend traditionell die Berichtssaison ein. Aus technischer Sicht klammerten sich die Anleger beim Dax an die Unterstützung von 4 570 Zählern, fuhr Pillep fort. Falle diese Marke falle, dürfte der Verkaufsdruck zunehmen.

Eon-Aktie legt zu

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