Marktbericht Börse Frankfurt
Dax erobert 4 900-Punkte-Marke zurück

Der Dax hatte schon den ganzen Tag über ordentlich performt, am späten Nachmittag ging es noch einmal sprunghaft nach oben. Am Ende schließt der Leitindes zwei Prozent fester bei 4 905 Punkten. Einige Werte waren besonders gefragt. Die Aktie der Commerzbank legte sogar zweistellig zu.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT. Der Dax hat am Mittwoch seine Vortagesverluste mehr als wett gemacht. Er ging 2,01 Prozent höher bei 4 905 Punkten aus dem Handel. Mit Abstand größte Gewinner im Leitindex waren Commerzbank-Aktien mit einem Plus von 18,6 Prozent. Unter den wenigen Verlierern im Dax waren die Titel der Deutschen Bank mit einem Minus von 0,4 Prozent das Schlusslicht.

Analysten interpretierten die am Nachmittag veröffentlichten US-Daten als Signal für eine Stabilisierung der US-Wirtschaft. Der ISM-Einkaufsmanagerindex war im Juni auf 44,8 (Prognose 44,5) Punkte gestiegen. Dies deutet nach Einschätzung von Helaba-Analyst Ralf Umlauf auf eine Stabilisierung der Wirtschaft hin. "Die Hoffnungen auf ein Durchschreiten der Talsohle in den kommenden Monaten werden gestärkt", erklärte Umlauf. Auch am Immobilienmarkt deute sich eine Stabilisierung an, obwohl von einer Trendwende zu sprechen, verfrüht wäre. Die Statistik für die geplanten Hausverkäufe hatte für Mai ein leichtes Plus von 0,1 Prozent ausgewiesen. Analysten hatten hier mit einer Stagnation gerechnet. Die Bausausgaben fielen stärker als erwartet um 0,9 Prozent.

Heraus ragten Commerzbank-Aktien: Nach dem Entgegenkommen des Bundes beim Bad-Bank-Modell schöpften Anleger neue Hoffnung auf ein Ende der Krise bei der zweitgrößten deutschen Bank. Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass Institute wie die Commerzbank das neue Modell des Bundes für die Auslagerung von risikoreichen Papieren doch noch nutzen, erklärten Analysten von Morgan Stanley in einer Kurzstudie. Das vorgesehene Konzept räume Banken Spielraum ein, bei bereits wertberichtigten Papieren von Wertsteigerungen zu profitieren. Damit werde das Kapital entlastet.

Auch die Titel der Postbank legten 8,8 Prozent zu. Beide Institute hatten bereits erklärt, der Nutzung einer solchen Auffanglösung für toxische Wertpapiere grundsätzlich offen gegenüberzustehen. Andere Banken verbuchten ebenfalls Kursaufschläge, darunter BNP Paribas mit 2,5 Prozent und Barclays mit 2,6 Prozent.

Die Aktien der Deutschen Bank setzten sich allerdings von dem positiven Branchentrend ab und gingen mit einem Minus von 0,4 Prozent als schwächster Dax-Wert aus dem Handel.

Europaweit waren Stahl- und Einzelhandelswerte gefragt. Für das große Interesse an europäischen Einzelhandelsaktien - Metro-Titel stiegen um rund sechs Prozent - sorgten Nachrichten von Carrefour und der britischen Kette Marks & Spencer. Die französische Supermarktkette hatte ein Sparprogramm zur Ankurbelung des Gewinns angekündigt. "Offenbar wird da auch bei Metro noch Sparpotenzial gesehen", sagte ein Börsianer. "Außerdem hat sich der Umsatz bei Marks & Spencer besser entwickelt als erwartet, davon profitiert Metro auch."

Bei den Stahltiteln sorgten Erhöhungen der Preise von Thyssen-Krupp für ein erhöhtes Anlegerinteresse. Das belebte branchenweit Hoffnungen auf einen steigenden Absatz.

Öl- und Minenwerte profitierten von den gestiegenen Rohstoffpreisen. In London legten Royal Dutch Shell und BP jeweils mehr als zwei Prozent zu. Die Aktien des Bergbaukonzerns BHP Billiton zogen 4,5 Prozent an und waren damit der größte Gewinner im Stoxx50. Die Minenwerte Antofagasta und Eurasian Natural Resources legten sogar jeweils rund sechs Prozent zu.

Das Xetra-Handelsvolumen im Dax stieg auf 109,6 (Dienstag 87,9) Mio. Aktien. Der Umsatz belief sich wie am Vortag auf 2,3 Mrd. Euro.

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