Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax-Gewinne bröckeln ab

Die Begeisterung über die Geldspritze der US-Notenbank hat nachgelassen. Zum Schluss gab der Dax einen großen Teil seiner Gewinne ab. Marktbeobachter verwiesen auch auf den bevorstehenden Verfallstermin an den Börsen als Grund für die unstete Entwicklung.

HB FRANKFURT. Die geplanten Hilfen der US-Notenbank für die gebeutelte Finanzbranche gaben den Aktienmärkten am Donnerstag zunächst Auftrieb. Nachdem die Fed angekündigt hatte, bis zu einer Billion Dollar in die rezessionsgeplagte US-Wirtschaft pumpen zu wollen, legten die Börsen weltweit zu.

Zeitweise kletterte der Dax um 3,5 Prozent bis auf 4 137 Punkte. Am Nachmittag bröckelten die Gewinne jedoch ab. Zum Schluss lag der Index noch 1,2 Prozent bei 4 043 Punkten im Plus. An der Wall Street fiel der Dow Jones im Handelsverlauf um 0,9 Prozent auf 7 421 Punkte.

Inzwischen mehren sich Stimmen, die das Vorgehen der Fed kritisieren. "Das ist ein zweischneidiges Schwert", betonte Helaba-Analyst Christian Schmidt. "Es ist gut, dass die Fed die Bereitschaft zeigt, alles Notwendige zur Unterstützung der Wirtschaft zu tun." Andererseits könnte die Entscheidung der Notenbank darauf hinweisen, dass sie bereits mehr Erkenntnisse über die wirtschaftliche Situation habe als der Markt. "Vielleicht liegt etwas mehr im Argen als bereits eingepreist ist", gab Schmidt zu Bedenken. Vor dem großen Verfall am Freitag könne man aber schlecht sagen, wie sich der Aktienmarkt weiter entwickle.

Bankentitel legten nach positiven US-Branchenvorgaben und den von der Fed angekündigten Maßnahmen deutlich zu. Analyst Georg Kanders von der WestLB verwies auf die Ankündigung der Bank of America (BoA) vom Mittwochnachmittag, die 45 Milliarden US-Dollar an staatlichen Geldern könnten je nach Entwicklung der Konjunktur bereits Ende dieses und Anfang nächsten Jahres zurückgezahlt werden. Auch könnte das Institut nach eigener Einschätzung schon 2009 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Das habe mit Verzögerung den US-Finanzsektor nach oben gezogen und „diese Entwicklung vollziehen die deutschen Bankentitel heute nach“, so Kanders.

Titel der Deutschen Bank legten um deutliche 7,85 Prozent auf 28,985 Euro zu - hier verwies Thomas Nagel, technischer Analyst und Händler bei equinet, zusätzlich auf charttechnische Gründe. Commerzbank-Papiere verteuerten sich um 4,16 Prozent auf 2,880 Euro. Für Aktien der Postbank ging es um 1,92 Prozent auf 10,10 Euro hoch.

Titel der Deutschen Post steckten enttäuschende Zahlen und Aussagen des US-Konkurrenten FedEx zur weiteren Geschäftsentwicklung gut weg. Sie schlossen nach kurzzeitigen Verlusten 3,39 Prozent höher bei 7,785 Euro. „Die FedEx-Zahlen sind schlecht, keine Frage“, lautete die erste Reaktion eines Händlers. Ein anderer wies aber darauf hin, dass die Anleger durch schwache Zahlen der niederländischen TNT vor rund einem Monat bereits vorgewarnt gewesen seien.

Aktien des Stahlkonzerns ThyssenKrupp fielen indes nach Ankündigung einer strategischen Neuordnung sowie eines Verlusts für das laufende Quartal um 5,39 Prozent auf 13,69 Euro. Damit habe der Konzern die Marktteilnehmer auf dem falschen Bein erwischt, da Analysten bislang von einem Gewinn ausgegangen seien, sagten Händler. Ein anderer Börsianer betonte indes, mittelfristig sei die Neuordnung positiv, da sie helfe, die Kosten zu senken.

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