Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax gönnt sich eine Auszeit

Vor Beginn der US-Bilanzsaison haben sich die Anleger am Aktienmarkt am Mittwoch zurückgehalten. Der Dax beendete den Handel mit 5640 Punkten und damit 0,3 Prozent im Minus. „Wir sehen heute eine kurze Konsolidierung, bevor die sentiment- und liquiditätsgetriebene Rally weitergehen wird“, sagte ein Händler der BayernLB.

HB FRANKFURT. „Viele Investoren waren für die jüngste Rally nicht positioniert, warten jetzt aber auf den Start der Berichtssaison.“ Der Europa-Index Stoxx50 gab ebenfalls 0,3 Prozent nach auf 2430 Stellen. Die US-Börsen notierten bei Handelsende in Europa nahezu unverändert.

Am Abend eröffnet der Aluminiumkonzern Alcoa traditionell nach Handelsschluss die US-Bilanzsaison. „Alcoa wird allerdings nicht das Signalfeuer für die Berichtssaison sein. Es kann ein wenig dauern, bis sich ein Trend einstellt“, sagte ein Börsianer. Konjunkturdaten aus Deutschland stützten die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung. Die Industrie in der größten europäischen Volkswirtschaft verbuchte im August den sechsten Monat in Folge ein Auftragsplus.

Im Fokus standen die Metro-Aktien, nachdem Unternehmensgründer Otto Beisheim einen Teil seines Aktienpakets zu Geld gemacht hatte. Die Aktien des Handelskonzerns waren mit einem Minus von 3,2 Prozent auf 37,15 Euro größter Dax-Verlierer. Zum Verkaufspreis der Aktien gab es keine offiziellen Angaben, so dass sich Händlern zufolge die Spekulationen um eine Spanne von 35 bis 37 Euro rankten.

Auch in London waren Einzelhandelswerte schwach. Nach der Vorlage von Umsatzzahlen auf dem Niveau der Analystenschätzungen gaben die Aktien der drittgrößten britischen Supermarktkette Sainsbury 3,3 Prozent nach. Die Papiere des Konkurrenten Tesco büßten 2,3 Prozent ein. Hingegen verteuerten sich nach Empfehlungen der Analysten von UBS und Morgan Stanley die Aktien der größten europäischen Baumarktkette Kingfisher um knapp zwei Prozent. In Frankfurt kletterten die Aktien der Hornbach Holding um 1,5 Prozent. Die Aktien des Baumarktbetreibers ersetzen die Papiere der inzwischen vollverstaatlichten Hypo Real Estate im SDax.

Commerzbank-Aktien stiegen um 1,7 Prozent und waren größter Dax-Gewinner. Sie entwickelten sich damit deutlich besser als die andere europäische Finanzwerte. Der DJ-Banken-Index notierte 0,3 Prozent tiefer. An der Wall Street verteuerten sich die Papiere von Bank of America um 1,6 Prozent, nachdem die Analysten von Wells Fargo Securities die Aktien auf „Outperform“ von „Market Perform“ heraufgestuft hatten.

In New York verteuerten sich die Papiere des Online-Händlers Amazon um drei Prozent. Das Unternehmen verkauft sein elektronisches Lesegerät Kindle nun in mehr als 100 Ländern. Zudem soll der Preis für das Produkt in den USA gesenkt werden.

Mit der brasilianischen Tochter der spanischen Banco Santander und dem Spezialisten für Versicherungsmathematik, Verisk Analytics, wagten sich zwei Unternehmen an die US-Börsen. Banco Santander nahm bei seinem Debüt etwa acht Mrd. Dollar ein, das ist damit der größte Börsengang in den USA seit anderthalb Jahren. Während Banco-Santander-Papiere 2,3 Prozent nachgaben, schossen Verisk-Papiere 24 Prozent nach oben.

Im MDax standen die Kapitalerhöhung beim Baukonzern Bilfinger Berger und die Platzierung eigener Aktien beim Autozulieferer Leoni im Fokus. Bilfinger Berger zogen um 1,2 Prozent auf 46,86 Euro an, während Leoni sechs Prozent auf 15,61 Euro zulegten. „Dass Bilfinger Berger noch mal so stark zulegen, zeigt, dass Platzierungen im Moment gut laufen“, sagte ein Händler. Leoni platzierte eigene Aktien zu 14,50 Euro und will mit dem Erlös Schulden tilgen. Im TecDax stiegen Conergy-Aktien um 6,8 Prozent. Damit reagierten die Titel auf einen Teilerfolg im Rechtsstreit mit dem US-Konzern MEMC. Dessen Aktien gaben 0,6 Prozent nach.

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