Marktbericht Börse Frankfurt
Dax kann Kursgewinne nicht halten

Im Sog einer schwächeren Wall Street hat der Dax seine vorübergehenden Kursgewinne am Freitag nicht halten können. Dennoch bleibt auf Wochensicht ein Plus zu verzeichnen. Zu den größten Gewinnern im Dax zählten am Freitag die Aktien von Linde. Auf die Stimmung im Technologiesektor drückte ein enttäuschendes Quartalsergebnis des weltweit zweitgrößten PC-Herstellers Dell.

HB FRANKFURT. Die unmittelbar bevorstehende Einigung im Verkaufsprozess der Dresdner Bank hat zum Wochenausklang für Gesprächsstoff am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der Dax konnte vorübergehende Kursgewinne im Sog einer schwächeren Wall Street nicht halten und schloss am Freitag unverändert bei 6422 Zählern. Dennoch blieb auf Wochensicht ein Plus von 1,3 Prozent.

Der Aktienkurs der Dresdner-Mutter Allianz gewann 0,5 Prozent, nachdem aus Finanzkreisen durchgesickert war, dass die Commerzbank den Zuschlag erhalten soll - und nicht die rivalisierende Bieterin China Development Bank. Das sei am Markt bereits erwartet worden, sagten Händler. „Man fragt sich aber, wo die Synergien liegen sollen. Die Häuser ähneln sich doch sehr“, sagte Baader-Skontroführer Stefan Scharffetter zu Reuters-TV. Die Commerzbank-Aktien rutschten 1,8 Prozent ab. Anleger fürchten, dass die Finanzierung für Deutschlands zweitgrößte Bank womöglich schwer zu schultern ist.

In London stiegen die Aktien der britischen Bank HBOS um 3,4 Prozent, was Händler mit Spekulationen auf einen Verkauf des Australiengeschäftes erklärten.

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die in den vergangenen Tagen gebeutelten Aktien des Industriegasespezialisten Linde mit einem Plus von 2,5 Prozent. Händlern zufolge deuten die bislang kursierenden Details zur Finanzierung des Dresdner Bank darauf hin, dass die Commerzbank nicht gezwungen ist, ihre Linde-Beteiligung zu verkaufen.

Angetrieben von überzeugenden Gewinnzahlen des französischen Einzelhandelskonzerns Carrefour und des Luxuskonzerns PPR waren auch Einzelhandelstitel gefragt, der entsprechende Branchenindex stieg um 1,5 Prozent. Carrefour-Papiere kletterten in Paris um 7,2 Prozent. In Frankfurt legten Adidas-Aktien 1,7 Prozent zu, der zu PPR gehörende Rivale Puma verzeichnete Kursgewinne von 1,7 Prozent.

Auf die Stimmung im Technologiesektor drückte ein enttäuschendes Quartalsergebnis des weltweit zweitgrößten PC-Herstellers Dell. Dell verdiente weniger, weil Firmen im Zuge der Konjunkturflaute rund um den Globus ihre IT-Ausgaben stutzen. Der europäische Technologiesektor war mit einem Minus von 1,4 Prozent größter Verlierer. Einer der schwächsten Dax-Werte waren Infineon mit einem Minus von 1,3 Prozent, nachdem der japanische Konkurrent Elpida mit einem Dementi Spekulationen auf ein Interesse an der Infineon-Tochter Qimonda zum Platzen brachte.

Zurückhaltende Aussagen zum Weihnachtsgeschäft von Samsung belasteten die Aktien des Konkurrenten Nokia, die 2,2 Prozent nachgaben.

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