Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax kann Verluste nicht mehr aufholen

Nach enttäuschenden Daten zur US-Konjunktur verliert der Dax bis zum Börsenschluss knapp 1,2 Prozent. Anleger nutzten den Tag zur Gewinnmitnahme. Bei den Einzelwerten gibt es heftige Ausschläge. Überraschender Tagessieger war die Aktie der Lufthansa. Aber auch andere Titel legten gegen den Trend kräftig zu.

HB FRANKFURT. Nach schlechten Daten vom US-Arbeitsmarkt und wegen Kursverlusten an der Wall Street muss der Dax zum Börsenschluss nennenswerte Verluste hinnehmen. Der Leitindex notierte zum Handelsende bei 1,18 Prozent im Minus bei 5 353 Punkten. Während des Handelstages war er dank positiver Quartalsberichte von Adidas und Henkel in der Spitze noch bis auf 5 451 Punkte gestiegen. Der Aktienumsatz aller Dax-Werte stieg auf 102,6 (Dienstag: 84) Millionen Stück. Das Umsatzvolumen erhöhte sich auf 3,04 (2,61) Milliarden Euro. Der MDax schloss gegen den Trend im Plus und gewann 0,81 Prozent auf 6 394 Punkte. Der TecDax verlor 1,98 Prozent auf 668 Punkte.

In den USA hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor nach drei Anstiegen in Folge leicht eingetrübt. Vor allem der abermalige Rückgang der Beschäftigungskomponente zeige, dass die Situation am US-Arbeitsmarkt nach wie vor schwierig sei, hieß es in einer Kurzstudie der Helaba. Der enttäuschende ISM-Index böte vielen Investoren einen willkommenen Anlass zur Kurskorrektur. Ein Aktienhändler sagte: "Die US-Daten sind zwar der Anlass für das Abrutschen des Dax, nicht aber der Grund. Der Grund dafür ist, dass der Markt zur Zeit überkauft ist und deshalb solche Anlässe als Chance zur Korrektur genutzt werden".

Kapitalmarktanalyst Robert Halver von der Baader Bank sagte: "Niemand muss meinen, dass die Erholung von der größten Rezession seit Kriegsende ohne zwischenzeitliche Querschläger stattfindet. Und heute heißen der Querschläger ISM-Dienstleistungsindex. Der Dax, der seit März im Trend nur eine Richtung kennt, nimmt das zum Anlass auch einmal Luft aus dem unter Überdruck stehenden Aktienkessel zu lassen. Auf diesem Niveau ist dies mehr als gesund und keine Tragödie." Ein Trendwechsel in der Aktienstimmung - abgesehen von gesunden Konsolidierungen - sei nicht zu befürchten.

Adidas im Fokus der Anleger

Die Quartalsberichte von Adidas und Henkel hatten zuvor für Kauflaune unter den Investoren gesorgt. Der durch die Wirtschaftskrise im ersten Halbjahr schwer getroffene adidas-Konzern hält das Schlimmste für überstanden. "Wir haben die schwersten Hürden genommen. Jetzt kommen bessere Zeiten", gab sich Vorstandschef Herbert Hainer zuversichtlich. Laut Händlern und Analysten fielen die Zahlen des Sportartikelherstellers besser aus als erwartet. Vor allem der Gewinn vor Zinsen und Steuern und das Nettoergebnis hätten deutlich über den Erwartungen gelegen, sagte ein Börsianer. Die Titel kletterten um 5,92 Prozent auf 32,23 Euro.

Angetrieben von unerwartet guten Zahlen zum zweiten Quartal stiegen die Aktien von Henkel um 3,25 Prozent auf 26,34 Euro. Der Konsumgüterhersteller hatte im zweiten Quartal wegen der stark konjunktursensiblen Klebersparte zwar einen Umsatzrückgang verzeichnet, das Geschäft der Düsseldorfer verbesserte sich aber merklich verglichen mit dem ersten Quartal. Marktteilnehmer sahen ihre Erwartungen übertroffen und kommentierten die Zahlen entsprechend positiv.

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