Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax nach Achterbahnfahrt deutlich im Plus

Das Hin und Her am deutschen Aktienmarkt hat zu Handelsschluss ein positives Ende gefunden. Der Leitindex schloss am Freitag mit deutlichen Kursgewinnen. Am Abend lag der Dax 3,4 Prozent im Plus bei 4 781 Punkten. Gegen den Strom schwommen wieder einmal VW-Aktien, die mit einem deutlichen Verlust aus dem Handel gingen.

HB FRANKFURT. Die Schwankungen am deutschen Aktienmarkt waren insgesamt betrachtet enorm: Zeitweise schoss der Index um bis zu 4,6 Prozent in die Höhe, dann sackte er wieder ein Prozent ins Minus. Händler machten die Verunsicherung vieler Marktteilnehmer für das Hin und Her verantwortlich. "Zwar scheint sich mehr und mehr die Meinung durchzusetzen, dass es durch staatliche Eingriffe gelingen wird, einen Kollaps der Finanzmärkte zu verhindern, doch drängen im Gegenzug wieder vermehrt Ängste vor einer stärkeren globalen Rezession in den Vordergrund", erklärte Marktstratege Michael Köhler von der LBBW.

Schon länger hält der Dax die Investoren auf Trab. So war der Leitindex am Freitag vergangener Woche um sieben Prozent eingebrochen - das war der siebtgrößte Tagesverlust in der 20jährigen Geschichte des Dax. Am Montag folgte mit einem Plus von gut elf Prozent der bisher größte Kursanstieg. Insgesamt hat der Index in dieser Woche 5,2 Prozent gewonnen - nach einem Sturz um rund 22 Prozent in der Woche zuvor. Nach Einschätzung von Händlern wird sich die Lage am Aktienmarkt auf absehbare Zeit nicht beruhigen. "Die Schaukelbörse wird uns erhalten bleiben", sagte Händler Stefan Scharffetter von der Baader Wertpapierhandelsbank.

Das rund 500 Mrd. Euro schwere Rettungspaket für die deutsche Finanzbranche bekam am Freitag von Bundestag und Bundesrat sowie von Bundespräsident Horst Köhler grünes Licht. Es tritt damit am Samstag in Kraft. Am Montag will die Bundesregierung eine Verordnung beschließen, in der die Bedingungen für Inanspruchnahme der Hilfen geregelt werden. Große Auswirkungen habe der Parlamentsbeschluss aber nicht gehabt, sagten Händler. Damit sei gerechnet worden.

Dennoch gehörten die meisten Titel der Bankenbranche zu den Gewinnern am deutschen Aktienmarkt. In Frankfurt zogen Hypo Real Estate um 6,9 Prozent an, Deutsche Bank kletterten um 2,3 Prozent. Auch europäische Titel waren gefragt: In Zürich notierten Credit Suisse 6,6 Prozent höher und in London verbuchten Royal Bank of Scotland ein Plus von 5,5 Prozent. Der europäische Bankenindex lag 1,9 Prozent höher - im Gegensatz zu dem der Versicherer, der mit einem Abschlag von drei Prozent auf der Verliererseite stand. Besonders ein Minus von über 27 Prozent bei ING drückte die Branche. Berichte, der niederländische Versicherer müsse seine Kapitalbasis stärken, belasteten, obwohl ING versuchte, derartige Bedenken zu entkräften.

Auch der Branchenindex der europäischen Autowerte reihte sich mit einem Abschlag von über drei Prozent auf der Verliererseite ein - dabei gehörten in Frankfurt Daimler mit einem Plus von 9,2 Prozent zu den stärksten Gewinnern. VW sackten aber um 10,2 Prozent ab und stemmten sich damit erneut gegen den Gesamtmarkt.

Gefragt waren die Titel der Technologiebranche, nachdem Quartalsberichte von Google, IBM und AMD positiv aufgenommen wurden. Zudem überraschte Sony Ericsson mit einem unerwartet niedrigen Verlust. Dafür belohnten die Anleger den schwedischen Konzern mit einem Kursplus von fünf Prozent. Nokia zogen um 10,6 Prozent an, SAP 5,3 Prozent. Google, IBM und AMD notierten in New York fünf bis 7,5 Prozent höher. Die Zahlen der US-Konzerne hellten auch die Stimmung am Gesamtmarkt auf, obwohl es Dow und Nasdaq nur zeitweise ins Plus schafften. Zu Handelsschluss in Europa lag der Dow-Jones 0,5 Prozent im Minus, während der Nasdaq-Composite auf dem Vortagesniveau notierte. Der Stoxx50 ging sechs Prozent höher bei 2266 Punkten in das Wochenende.

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