Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax nähert sich dem Jahreshoch

Beflügelt von Kursgewinnen an der Wall Street hat der Dax am Dienstag kräftig zugelegt. Zu den Gewinnern zählten aufgrund von Analystenberichten Finanztitel, einzige Verlierer waren die Medizintitel Fresenius und Fresenius Medical Care. Viele Händler bleiben dennoch skeptisch.

HB FRANKFURT. Unter Führung der Finanz- und Rohstofftitel stiegen die Indizes jeweils um mehr als zwei Prozent. Der Dax legte 2,7 Prozent auf 5657 Punkte zu und näherte sich damit wieder dem Mitte September erreichten Jahreshoch von 5760 Zähler.

Händler zeigten sich angesichts der geringen Umsätze aber wenig überzeugt vom Aufwärtstrend. Hauptgrund für die Gewinne seien Käufe über den Terminmarkt. Daneben gebe es vereinzelt Schnäppchenjäger, die die Verluste der vergangenen Woche zum Wiedereinstieg nutzten. Mit Spannung warteten die Anleger auf die Bilanzsaison in den USA, die am Mittwoch vom Aluminiumkonzern Alcoa eröffnet wird. "Da wird sich zeigen, ob die Unternehmen auch verdient haben, was der Markt ihnen unterstellt", sagte ein Händler. Die Zinserhöhung in Australien um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent wurde in New York als gutes Omen verstanden, da die australische Zentralbank ihre Entscheidung vor allem mit der Einschätzung verband, dass das Schlimmste überstanden sei. In Frankfurt blieben viele Händler aber skeptisch. Einige warnten, auch in Europa und den USA könnte ein Ende der üppigen Liquiditätsversorgung durch die Zentralbanken bald Thema werden. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die US-Wirtschaft oder wir hier in Europa schon wieder Zinserhöhungen verkraften können", erklärte ein Händler. An der Börse in Sydney stiegen die Kurse um 0,4 Prozent.

Nach der positiv aufgenommen Studie von Goldman Sachs zu den US-Großbanken stufte am Dienstag Bank of America/Merrill Lynch die europäischen Banken herauf. Der Stoxx-Banken-Index stieg um 3,2 Prozent. Im Dax waren die zuletzt arg gebeutelten Commerzbank-Aktien mit einem Plus von über sechs Prozent der größte Gewinner. Deutsche Bank stiegen um 4,3 Prozent. Im Stoxx50 schlossen ING und BNP Paribas um je 5,6 Prozent höher. Die Aktien von Societe Generale legten 2,8 Prozent zu. Die französische Großbank will mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung die Staatshilfen frühzeitig zurückzahlen und sich für Zukäufe rüsten. Auch die Versicherungswerte waren gesucht: Allianz stiegen um 3,8 Prozent, Aegon um 6,4 Prozent und Prudential um 3,4 Prozent.

Zu den größten Gewinnern zählten europaweit die Rohstoffe, was Händler mit der Konjunktureinschätzung der australischen Notenbank begründeten. So stiegen im Dax Salzgitter und ThyssenKrupp um fünf beziehungsweise 3,2 Prozent. In London glänzten die Rohstoffwerte AngloAmerican mit plus 7,6 Prozent und Rio Tinto mit plus 6,9 Prozent. Die beiden Titel führten auch die Gewinnerliste im Stoxx50 an. Händler verwiesen auf den Ansturm auf die Gold-Future, die mit 1043,45 Dollar je Feinunze ein Rekordhoch aufstellten. Im Dax waren zudem Siemens mit einem Plus von 4,2 Prozent auf 63,10 Euro gesucht. Daran konnten auch Berichte nichts ändern, wonach die EU-Kommission Siemens und sechs andere Hersteller von Hochleistungstransformatoren mit einer Kartellstrafe belegen will.

Im MDax zählten die Aktien des Baukonzerns Bilfinger Berger mit einem Plus von 6,4 Prozent zu den größten Gewinnern. Analysten werteten die Übernahme des österreichischen Industrie- und Kraftwerkdienstleisters MCE positiv.

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