Marktbericht Börse Frankfurt
Dax rauscht wieder in den Keller

Nach einer Berg- und Talfahrt im Tagesverlauf fällt der Dax zum Handelsende wieder deutlich ab. Ein schwacher Einkaufsmanagerindex aus den USA sorgt für deutliche Verluste. Besonders hart erwischt es einmal mehr die Aktie von VW. Auffällig im Plus liegt dagegen die Aktie der Commerzbank.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Lange Zeit fand der Dax am Dienstag keine klare Richtung. Nach einer positiven Eröffnung schickten schwache Arbeitsmarktdaten den Leitindex nach einer Handelsstunde in die Verlustzone. Am Nachmittag startete er einen neuen Erholungsversuch und tastete sich bis auf 0,3 Prozent an den Vortagesschluss heran. Unerwartet schlecht ausgefallene Daten für den ISM-Einkaufsmanagerindex aus den USA besiegelten allerdings das Schicksal des Dax. Zum Handelsschluss lag er 2,51 Prozent im Minus bei 5 327 Punkten. MDax fiel um 1,81 Prozent auf 6 601 Zähler. Der TecDax sank um 2,92 Prozent auf 680 Punkte.

Der ISM-Index war im Juli zwar deutlich gestiegen, hatte die Erwartungen vieler Börsianer jedoch enttäuscht. "Einige hatten mit einem Anstieg auf 55 Punkten gerechnet, vereinzelt wurde in Flüsterschätzungen sogar 60 Punkte herumgereicht", sagte ein Händler. Der Index war erstmals seit Januar 2008 über die Schwelle von 50 Punkten auf 52,9 Zähler gestiegen.Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert. Das Barometer für die Neuaufträge sprang auf 64,9 von 55,3 Punkten. Der Beschäftigungsindex kletterte auf 46,4 von 45,6 Zählern im Juli. Der Teilindex für die Kosten legte auf 65,0 von 55,0 Zählern zu.

Chef-Optimismus stützt Coba-Aktie

Gegen den Trend stiegen die Aktien der Commerzbank um 3,57 Prozent auf 6,67 Euro. Bankenchef Martin Blessing sieht für die teilverstaatlichte Bank trotz Wirtschaftskrise Licht am Ende des Tunnels, wie er in einem Zeitungsinterview erklärte. Diese Aussage kam am Markt gut an, Analysten blieben jedoch skeptisch. So verwies Analyst Philip Häßler von Equinet darauf, dass der Kreditbestand sehr hoch sei und Zinsen auf das vom Soffin erhaltene Kapital gezahlt werden müssten. Zudem bleibe das Portfolio strukturierter Kredite ein Risikofaktor. Der Titel sei deutlich überbewertet, meint er und belässtdas Papier auf "Sell" mit einem Kursziel von 4,00 Euro.

Auch Häßlers Kollege Dirk Becker von Kepler Equities bleiben Zweifel. Die Aktie der Commerzbank sei trotz ihrer jüngsten Rally die einzige große Bankaktie, die keine positive Kursentwicklung seit Jahresbeginn aufweisen könne. "Zieht man die noch kommenden Herausforderungen in Betracht, sind wir der Ansicht, dass das gerechtfertigt ist und bleiben bei unserem Urteil "Reduce" mit einem Kursziel von 4,00 Euro."

Blessing will sein Institut möglicherweise schon früher als angekündigt wieder in die Gewinnzone zurückführen. Spekulationen über ein Interesse chinesischer Investoren an BASF gaben der Aktie des Chemieunternehmens den Tag über Auftrieb. Zudem hob der weltgrößte Chemiekonzern wegen steigender Rohstoffkosten erneut Preise an. Die Aktien hielten sich fast den gesamten Handelstag im Plus, schlossen dann aber doch mit minus 0,71 Prozent auf 36,13 Euro. Trotz dieses Abschlags waren sie immer noch der viertstärkste Wert im Dax.

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