Marktbericht Börse Frankfurt
Dax reduziert Verluste

Der deutsche Leitindex hat heute zunächst deutliche Verluste hinnehmen müssen. Die Angst vor neuen Bankenpleiten und Zweifel an der weiteren Konjunkturentwicklung drücken auf die Stimmung. Trotzdem kann der Dax bis zum Börsenschluss fast die gesamten Verluste wieder wett machen. Düster sah es aber bei Stahlwerten aus.

HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Sorgen über die Nachhaltigkeit der Börsenhausse haben am Mittwoch auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt gedrückt. Schwache Aussichten für die Autobranche und Ängste vor schlummernden Risiken in der Finanzbranche verunsichern die Anleger. Der Dax beendete den Handel 0,14 Prozent tiefer bei 5 319 Punkten. Damit notiert der Dax zum dritten Tag im Minus. Mit Unterstützung der US-Börsen hatte der Index kurz vor Handelsschluss einen Großteil seiner Tagesverluste von bis zu 1,2 Prozent wieder wettgemacht. Das Handelsvolumen im Dax fiel auf 102 (Montag: 113) Millionen Aktien. Der Umsatz sank auf 3,03 (3,1) Milliarden Euro. Der MDax büßte 1,18 Prozent auf 6 522 Punkte ein. Der TecDax sank um 0,81 Prozent auf 674 Zähler.

"Der Markt ist sehr nervös geworden", sagte Thorsten Paarmann, Fondsmanager bei Invesco Asset Management. "Marktteilnehmer legen Unternehmens- und Konjunkturdaten wieder verstärkt auf die Goldwaage. Viele stellen sich die Frage, ob die Abwärtsbewegung tatsächlich schon vorbei ist und ob wir im Bankensektor tatsächlich das Schlimmste hinter uns haben, oder ob eine zweite Welle kommt." Die jüngsten Daten aus den USA fielen schwächer aus. Die Arbeitsmarktdaten des privaten Dienstleisters ADP, die als Indikator für die offiziellen monatlichen US-Arbeitsmarktdaten am Freitag gelten, waren beispielsweise enttäuschend ausgefallen: Der Beschäftigungsabbau im Privatsektor schwächte sich im August erneut ab und fiel stärker aus als Volkswirte erwartet hatten.

Stahlwerte wie Salzgitter , ThyssenKrupp und Klöckner & Co (KlöCo) gaben im Einklang mit den europäischen Stahlwerten nach. Salzgitter büßten besonders kräftig um 4,42 Prozent auf 60,73 Euro ein. Cheuvreux rechnet 2010 mit einem weiteren herausfordernden Jahr für Salzgitter und stufte die Aktie von "Selected List" auf "Underperform" ab. Das Kursziel senkte Analyst Alexander Haissl in einer Branchenstudie von 80,00 auf 70,00 Euro. ThyssenKrupp fielen um 1,80 Prozent auf 22,40 Euro und KlöCo sackten um 4,50 Prozent auf 16,77 Euro ab.

Die Papiere der Deutschen Post sowie der Lufthansa reihten sich in die Liste der größten Verlierer ein. Die Post-Titel verloren 3,41 Prozent auf 11,175 Euro. Händler sprachen vor allem von anhaltenden Gewinnmitnahmen, nachdem das Papier des Logistikkonzerns von März bis August in der Spitze mehr als 90 Prozent zugelegt hatte. Ausgelöst worden sei dieses "Kasse machen" durch Sorgen um das Briefgeschäft, in dem sich nach Einschätzung von Post-Chef Frank Appel der Ergebnisrückgang dramatisch beschleunigt hat. Zudem rüsten sich Gewerkschaften und Beschäftigte der Post AG für einen Arbeitskampf im Herbst. Lufthansa gaben 1,62 Prozent auf 10,640 Euro nach. Händler verwiesen auf eine anhaltende Sektorrotation aus den Super-Zyklikern heraus, die auch Luftfahrtwerte unter Druck bringe.

Favorit im Dax waren die Aktien der Münchener Rück , die zuvor von der Credit Suisse auf "Outperform" hochgestuft worden waren. Sie stiegen um 1,82 Prozent auf 104,24 Euro. Die Erträge aus risikoarmen Kapitalanlagen würden derzeit vom Markt unterbewertet, vermutet Analystin Merryleas Hyde.

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