Marktbericht: Börse Frankfurt
Dax rutscht – Ausverkauf bei Commerzbank

Der deutsche Aktienmarkt muss auch heute deutliche Verluste hinnehmen. Aus den USA kamen wieder schlechte Nachrichten. Die Daten vom Arbeitsmarkt waren Experten zufolge "klar enttäuschend". Die Rally scheint erstmal vorbei. Besonders heftig erwischt es die Aktie der Commerzbank.

HB FRANKFURT. Enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten haben am Freitag an den europäischen Börsen die Zweifel an einer raschen und nachhaltigen Konjunkturerholung in den USA verstärkt. Auf breiter Front gaben die Indizes der großen Börsen nach. Der Dax fiel bis zum Handelsende um 1,56 Prozent auf 5 467 Punkte und verbuchte damit im Wochenverlauf einen Abschlag von rund zwei Prozent. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 162 (Vortag: 120) Millionen Aktien. Der Umsatz belief sich auf 3,7 (3,2) Milliarden Euro. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 2,82 Prozent auf 6 994 Punkte und der TecDax fiel um 2,52 Prozent auf 720 Zähler.

Damit notierte der Leitindex erstmals seit Anfang September wieder unter der psychologisch wichtigen Marke von 5 500 Punkten. "Die Zahlen waren klar enttäuschend und zeigen, dass die Unternehmen extrem vorsichtig sind", sagte Analyst Thomas Amend von HSBC Trinkaus. Es sei deutlich geworden, dass der Weg der Erholung ein steiniger sei. "Das Schlimmste ist hinter uns, die Krise ist aber noch nicht vorbei."

In den USA ist die Arbeitslosigkeit im September auf den höchsten Stand seit 1983 gestiegen. Dabei beschleunigte sich entgegen den Erwartungen der Stellenabbau noch. Analysten zufolge bestätigten die Zahlen einige schwache Konjunkturdaten, die im Wochenverlauf den Dax schon um insgesamt rund zwei Prozent gedrückt hatten. Händler sprachen dennoch von einer überfälligen Korrektur. Kaum ein Analyst rechnet mit einem langfristigen Abwärtstrend. Nach der in dieser Woche veröffentlichten Reuters-Umfrage sehen 24 von Reuters befragte Experten den Dax im Schnitt in ihren Prognosen zum Jahreswechsel bei 5 675 Punkte, wobei die Spanne von 4 700 bis 6 300 Zähler reicht.

Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Serie negativer Konjunkturdaten in dieser Woche nicht abriss. "Das Bild der letzten Tage hat sich auch am Freitag wiederholt", sagte Marktanalyst Mark Rohles von IG Markets in Düsseldorf. "Das Vertrauen und die Zuversicht in die Fundamentaldaten sinkt." Mit dem im September beschleunigten Beschäftigungsabbau in den Vereinigten Staaten, der die Arbeitslosenquote auf den höchsten Stand seit 26 Jahren getrieben hatte, sei die Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung jäh gebremst worden, so Rohles. Das habe die Katerstimmung an den Börsen noch verstärkt.

Sichtbar unter Druck gerieten daher die Bankenwerte. Die Aktien der Commerzbank brachen zeitweise um mehr als zehn Prozent ein. Mit einem Minus von 9,00 Prozent auf 7,63 Euro gingen sie schließlich in das Wochenende. Die Papiere der Deutschen Bank büßten 2,31 Prozent auf 49,820 Euro ein und die Anteilsscheine der Postbank verloren 3,82 Prozent auf 22,65 Euro. Sorgen über weitere Milliardenverluste im Bankensektor waren laut Händlern der Grund. Die Resultate des Bankenstresstests der EU ergaben, dass den europäischen Finanzinstituten zwar kein erneuter wirtschaftlicher Kollaps wie 2008 droht, doch könnten die Verluste im schlimmsten Fall 2009/10 die Dimension von rund 400 Milliarden Euro erreichen.

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